Großbrand in Michelau: Kunststoffgranulat in Flammen

Michelau/Lichtenfels (dapd-bay). Wegen eines Großfeuers in einem Industriebetrieb ist am Mittwoch im oberfränkischen Michelau der Katastrophenfall ausgerufen worden. Durch freigesetzte Giftstoffe wurden zwölf Feuerwehrleute verletzt, drei von ihnen schwer, wie das Landratsamt Lichtenfels mitteilte. Der Brand konnte bis zum Abend gelöscht werden.

Aus zunächst ungeklärter Ursache entzündete sich gegen 8.30 Uhr Kunststoffgranulat in einer Lagerhalle. Ätzende Substanzen verunreinigten das Löschwasser. Zunächst bestand die Gefahr, dass das Trinkwasser verseucht wird. Am Nachmittag konnte das Löschwasser in einem kleinen Bach gesammelt werden. Dort wurde es von Chemikern untersucht. Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht, sagte ein Behördensprecher.

Die Lagerhalle brannte trotz eines Großaufgebots von 350 Feuerwehrleuten vollkommen nieder. Die etwa 100 Mitarbeiter des Unternehmens sowie 1.500 Beschäftigte benachbarter Firmen konnten rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Der Katastrophenfall bleibt laut Landratsamt bestehen, bis die chemische Zusammensetzung des verunreinigten Löschwassers und der Chemikalien im Gebäude geklärt sei. Auch werde die Luftqualität in der Umgebung ständig überprüft, um eine Gefahr für Anwohner ausschließen zu können.

Zur genaueren Untersuchung der chemischen Stoffe wurden Gefahrgut-Experten einer Spezialfirma aus Frankfurt-Hoechst angefordert. Sie werden am Donnerstag am Brandort erwartet.

dapd