Große Koalition will strenge Regeln für Zahnarzt-Bonusheft aufweichen

Patient in einer Zahnarztpraxis

Die große Koalition will einem Bericht zufolge die strengen Regeln beim Bonusheft für Zahnersatz aufweichen. Künftig sollen gesetzlich Versicherte auch dann einen Bonus ihrer Krankenkasse erhalten, wenn der jährlich vorgeschriebene Zahnarztbesuch einmalig versäumt wurde, heißt es in einem Änderungsantrag der Koalitionsfraktionen zum so genannten Termingesetz, der den RND-Zeitungen vom Samstag vorlag. Das gelte aber nur in "begründeten Ausnahmefällen", etwa wenn Versicherte schwer erkrankt sind und daher nicht zum Zahnarzt gehen können.

Wer durch das Bonusheft nachweisen kann, dass er in den letzten fünf Jahren vor einer Behandlung jedes Jahr zur Kontrolle beim Zahnarzt war, bekommt von seiner Krankenkasse für Kronen, Brücken oder Prothesen derzeit einen Zuschuss von 60 statt 50 Prozent der sogenannten Regelversorgung. Bei mindestens zehn Jahren beträgt der Zuschuss 65 Prozent.

Der Bonus kann im Einzelfall mehrere hundert Euro ausmachen. Wird der Zahnarztbesuch beispielsweise im zehnten Jahr versäumt, muss bisher jedoch wieder ganz von vorn begonnen werden. Derzeit haben die Krankenkassen keine rechtliche Möglichkeit, eine Ausnahme zu akzeptieren.