Große Werbekunden kehren YouTube wegen Hassvideos den Rücken

Google kündigte an, Werbekunden mehr Kontrolle darüber zu geben, wo ihre Anzeigen auf YouTube zu sehen sind. Foto: Britta Pedersen

YouTube hat ein wachsendes Problem: Mehrere große Unternehmen stoppten ihre Werbung auf der Google-Plattform, nachdem die Anzeigen neben extremistischen Videos auftauchten.

Zuletzt erklärten unter anderem die amerikanischen Telekom-Riesen Verizon und AT&T, dass sie aus diesem Grund die Werbung bei Google außerhalb der Suchmaschine stoppen. Google kündigte an, Werbekunden mehr Kontrolle darüber zu geben, wo ihre Anzeigen zu sehen sind.

Die Unternehmen - und auch die britische Regierung - waren vergangene Woche durch einen Bericht der Londoner «Times» auf das Problem aufmerksam geworden. Danach setzten unter anderem die BBC, der Konsumgüter-Riese Johnson & Johnson, Ford und die Bank JP Morgan Chase Anzeigen bei YouTube aus.

Kern des Problems ist, dass die Werbeplätze im Umfeld der YouTube-Videos weitgehend automatisiert über diverse Marktplätze befüllt werden. Dabei geht es darum, die vom Werbekunden anvisierte Zielgruppe zum Beispiel nach Alter oder Geschlecht zu erreichen.

Grundsätzlich könne Google Werbekunden zwar zusichern, dass ihre Werbung nicht neben extremistischen Inhalten auftaucht, sagte Verwaltungsratschef Eric Schmidt in einem Fernsehinterview bei «Fox Business TV». Da die Anzeigenplätze aber über viele Kanäle vermarktet werden, «rutscht manchmal jemand unter dem Algorithmus durch». Als Konsequenz habe Google die Richtlinien verschärft und setze mehr Kontrolle durch Menschen ein.

Schmidt bei "Fox Business TV"

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