Großes Steuerprogramm - Lindner nennt erste Zahlen: So will die Ampel Sie ab 2025 entlasten

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Finanzminister Christian Lindner (FDP), Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) und Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD, von links nach rechts)Kay Nietfeld/dpa

Die Bundesregierung will Arbeitnehmer ab dem nächsten Jahr entlasten. Etwa 23 Milliarden Euro nimmt der Bund dafür in den Jahren 2025 und 2026 in die Hand. FOCUS online sagt, welche Steuererleichterungen jetzt geplant sind und wie viel mehr Netto Ihnen vom Brutto bleibt.

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) bringt milliardenschwere steuerliche Entlastungen auf den Weg. Jetzt gibt es auch offizielle Zahlen. Der Grundfreibetrag der Lohn- und Einkommensteuer soll ab Januar 2025 um 300 Euro auf dann 12.084 Euro steigen.

Lindner hat zudem angekündigt, dass der Grundfreibetrag noch in diesem Jahr rückwirkend zum 1. Januar um 180 Euro auf 11.784 Euro steigen soll. Bis zu diesem Einkommen fällt keine Steuer an. Für das Jahr 2026 ist eine Anhebung um 252 Euro auf 12.336 Euro geplant.

Davon profitieren insbesondere alle Steuerzahler und Arbeitnehmer, die bisher keine Steuern zahlen. Dies soll durch die Anhebung des Grundfreibetrags auch so bleiben. Grundsätzlich soll der Grundfreibetrag sicherstellen, dass sich die Menschen bestimmte Dinge zum Leben leisten können. Dazu gehören mindestens Nahrung, Kleidung, Wohnung und medizinische Notversorgung.

Für Ehepaare gilt übrigens der doppelte Grundfreibetrag. Dieser beträgt ab 1. Januar 2025 dann 24.168 Euro, ab 2026 24.168 Euro und ab 2026 24.672 Euro.

Der steuerliche Kinderfreibetrag soll für den Veranlagungszeitraum 2025 um 60 Euro auf 6672 Euro und ab dem Veranlagungszeitraum 2026 um 156 Euro auf 6828 Euro angehoben werden.

Aber! Die Zahlen zum Grund- und Kinderfreibetrag können sich im Herbst nach Vorlage des sogenannten Progressionsberichts noch ändern.

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„Die Menschen wollen Ergebnisse und nicht nur Pressekonferenzen sehen“, sagt Reiner Holznagel, Präsident des Deutschen Steuerzahlerbunds.

Die Berechnung bezieht sich auf den angepassten Grundfreibetrag. Bei der Berechnung ist der Bund der Steuerzahler davon ausgegangen, dass das zu versteuernde Einkommen (zvE) auch den Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung enthält.

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Der Bund der Steuerzahler ist bei dieser Berechnung von einem Ehepaar mit zwei Kindern ausgegangen. Nur ein Ehepartner ist voll erwerbstätig.

Soli-Beitrag wird gesenkt

Um steuerliche Mehrbelastungen auszugleichen, die durch die hohe Inflation entstehen, soll die Steuerlast für Millionen Menschen angepasst werden. Dazu passt die Bundesregierung für 2025 die Tarife der Einkommensteuer, sowie Grundfreibetrag, Kinderfreibetrag und den „Soli“-Freibetrag an.

Der Begriff der „kalten Progression“ bezeichnet eine Art schleichende Steuererhöhung, wenn beispielsweise eine Gehaltserhöhung komplett durch die aktuelle Teuerung aufgefressen wird, aber dennoch zu einer höheren Besteuerung führt.

Nur noch eine Steuerklasse für beide Ehepartner geplant

Die unterschiedlichen Steuerklassen (III und V) für Ehepaare sollen abgeschafft werden. Stattdessen soll es nur noch eine Steuerklasse für beide Eheleute geben. Bisher wird der Gutverdiener nach Steuerklasse III besteuert, der Geringverdiener nach Steuerklasse V. Während der Besserverdiener dadurch weniger Steuern zahlt und somit mehr Netto auf dem Konto hat, ist es beim Geringverdiener umgekehrt. Nach Einreichung der Steuererklärung gibt es in der Regel und je nach Höhe des zu versteuerten Einkommens Geld vom Fiskus zurück.

Durch die Abschaffung der Steuerklassen III und V zahlt der Geringverdiener dann weniger Steuern, der Besserverdiener wiederum mehr. Unter dem Strich soll für das Paar keine Mehrbelastung entstehen. Allerdings zeigen Rechnungen: In einigen Fällen kommt es dann doch zu einer Mehrbelastung. Und davon profitiert der Staat.