Großrazzia gegen mutmaßliche Impfpassfälscher in Niedersachsen und Hessen

Blaulicht (AFP/Ina FASSBENDER)

Mit einer Großrazzia sind Ermittler am Mittwoch in Niedersachsen und Hessen gegen eine Bande mutmaßlicher Impfpassfälschern vorgegangen. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft im niedersächsischen Hildesheim mitteilten, sollen die Männer ihre Fälschungen auf der Grundlage von Blanko-Impfpässen vor allem über soziale Medien angeboten haben. Durchsucht wurden demnach 24 Wohn- und Gewerbeobjekte in Niedersachsen und im benachbarten Hessen.

Gegen die Verdächtigen aus dem Raum Hildesheim war zuvor knapp zwei Monate lang ermittelt worden. Die Razzien dienten der Suche nach Beweismitteln, Festnahmen gab es nicht. Die Beamten beschlagnahmten nach eigenen Angaben unter anderem zahlreiche Impfpässe, Aufkleber mit Chargennummern für Impfungen, Stempel, Drucker sowie elektronische Geräte. Zudem stießen sie auf zehntausende Euro Bargeld sowie auf Waffen, Drogen und Luxusuhren.

Rund 300 Beamte waren bei den Durchsuchungen im Einsatz, die unter anderem in den Regionen um die Städte Hildesheim, Göttingen und Hannover liefen. Nach Angaben der Ermittler sollten nun zunächst die beschlagnahmten Beweismittel ausgewertet werden. Polizei und Staatsanwaltschaft würden derartige Delikte "konsequent" verfolgen.

Nach Angaben des niedersächsischen Justizministeriums handelt es sich um Verdächtige mit Bezügen zur sogenannten Clankriminalität. Die für diese Art der Kriminalität zuständige Zentralstelle der Staatsanwaltschaft und die Polizei habe "gute Arbeit" geleistet, erklärte Landesjustizministerin Barbara Havliza (CDU) in Hannover. "Wer seinen Impfschutz nur vorgaukelt, gefährdet die Gesundheit seiner Mitmenschen - daraus auch noch ein Geschäft zu machen, ist wirklich das Allerletzte."

bro/cfm

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