Großteil der deutschen Schüler mit dem Leben zufrieden

Der meisten Jugendlichen in Deutschland fühlen sich in der Schule wohl und sind mit ihrem Leben zufrieden. Dabei spielen das Verhältnis zu Lehrern und vor allem Eltern eine entscheidende Rolle, wie eine am Mittwoch von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung vorgestellte Sonderauswertung der Pisa-Schulstudie ergab. Knapp jeder sechste Schüler in Deutschland klagt demnach allerdings über Mobbing.

Knapp drei Viertel (73 Prozent) der deutschen Schüler gaben laut der Studie an, dass sie mit ihrem Leben zufrieden oder sehr zufrieden sind. Der OECD-Durchschnitt lag bei 71 Prozent. Auf einer Zufriedenheitsskala von null bis zehn kamen die befragten 15-Jährigen auf einen Wert von 7,4. Der OECD-Durchschnitt betrug 7,3. "Insgesamt liegt Deutschland im guten Mittelfeld", sagte OECD-Bildungsexperte Andreas Schleicher.

Die meisten Jugendlichen fühlen sich auch an ihrer Schule wohl. Drei Viertel (75 Prozent) der befragten Jugendlichen gaben an, sie fühlten sich so, dass sie dazugehörten. Dieser Wert lag leicht über dem OECD-Durchschnitt von 73 Prozent. Allerdings ist für zahlreiche Schüler Mobbing ein Problem. So gaben immerhin 16 Prozent der Befragten an, dass sie in irgendeiner Form gemobbt worden seien. Der OECD-Durchschnitt lag mit 19 Prozent noch etwas höher.

Bei der PISA-Schulstudie wurde in den vergangenen Jahren in zahlreichen Ländern mehrfach das Leistungsniveau von 15-jährigen Schüler getestet. Erstmals rückten die Bildungsforscher nun Zufriedenheit und Wohlbefinden der Jugendlichen sowie die Frage nach Zusammenhängen mit dem Leistungsvermögen in den Fokus.

Die internationalen Ergebnisse zeigten, dass sich Länder nicht entscheiden müssten, ob die Jugendlichen etwas können oder sich wohlfühlen sollten, sagte Schleicher. Er verwies aber ausdrücklich auf den Einfluss von Eltern und Lehrern. Gerade die Eltern spielten eine "ganz entscheidende Rolle", sagte der OECD-Experte.

Das Verhältnis zwischen Jugendlichen und ihren Eltern maßen die Experten unter anderem an gemeinsamen Gesprächen oder gemeinsamen Essen. So gaben mehr als 90 Prozent der deutschen Eltern an, jeden oder fast jeden Tag mit ihren Kindern zu reden. Mehr als 80 Prozent aßen fast täglich zusammen an einem Tisch, über die Schule sprachen etwa 30 Prozent der Eltern jeden oder fast jeden Tag mit ihren Kindern. Vor allem wenn Eltern nur mit ihren Kindern regelmäßig reden und zusammen essen, ist es laut der Studie wahrscheinlicher, dass diese zufrieden mit ihrem Leben sind.

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Josef Kraus, bezweifelte grundsätzlich den Wert der Untersuchung und forderte, sich daran künftig nicht mehr zu beteiligen. "Ich werde die Kultusministerkonferenz dazu auffordern, sich das Geld für solche Studien künftig zu sparen", sagte Kraus der "Bild"-Zeitung vom Donnerstag laut einer Vorabmeldung.

Solche Studien gehörten ersatzlos gestrichen. Kraus sprach sich dafür aus, stattdessen die Unterrichtsforschung vor Ort zu unterstützen, um zu erfahren, welche Lernmethode die Beste sei. Die OECD sei "eine Wirtschaftsorganisation und keine Erziehungsmacht". Das sei eine "fürchterliche Selbstdarstellerei, die Millionen kostet und pädagogisch nichts bringt".

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