GroKo 2018: Chaostage erschüttern die SPD - auch in Berlin

Abtritt: Martin Schulz verliert den Parteivorsitz und wird auch nicht Außenminister – ein knappes Jahr nachdem er mit 100 Prozent zum SPD-Chef gewählt wurde

Berlin.  Nach dem Verzicht von SPD-Chef Martin Schulz auf den Posten des Außenministers blieb am Freitag offen, wer dieses Ressort für die Sozialdemokraten übernehmen soll. Der Sprecher des konservativen Seeheimer Kreises, Johannes Kahrs, sprach sich dafür aus, dass Sigmar Gabriel bleibt. Gabriel selbst signalisierte Handlungsbereitschaft. Die stellvertretende Berliner SPD-Landeschefin Barbara Loth aber ist gegen einen Verbleib von Ga­briel und forderte einen personellen Neuanfang. Chaostage in der SPD.

Nahles fordert Ende der Personaldebatte in SPD

Die Fraktionschefin und designierte Parteichefin Andrea Nahles zollte Schulz "höchsten Respekt und Anerkennung" und forderte ein Ende der Personaldebatten.

Angesichts der dramatischen Situation sieht der Parteienforscher Oskar Niedermayer von der Freien Universität Berlin die SPD in ihrer Existenz als Volkspartei bedroht. Wenn die SPD-Mitglieder den Koalitionsvertrag ablehnten, seien Neuwahlen unausweichlich. "Die SPD wäre dann deutlich schlechter aufgestellt als die Union." Die Umfragewerte der Kanzlerin seien zwar gesunken, aber immer noch bedeutend besser als die möglicher SPD-Kandidaten. Die Wähler würden die SPD zudem für das Scheitern der Regierungsbildung abstrafen. Ihr Wahlergebnis würde vermutlich noch deutlich unter dem der Bundestagswahl vom Herbst liegen. "Bei weiteren Verlusten könnte man die SPD tatsächlich nicht mehr als Volkspartei bezeichnen", so Niedermayer.

Hintergrund für Schulz' Verzicht war der Unmut an der SPD-Basis und besonders im größten Landes...

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