GroKo-Zoff bleibt hinter den Kulissen: Niemand wollte mit Anne Will reden

Anne Will konnte keine passendenden Gäste zum GroKo-Talk ins Studio locken (Bild: NDR/Wolfgang Borrs)

„Wenn nichts dazwischen kommt, sind wir nächsten Sonntag nicht da, sondern im Karneval. Aber wenn was passiert, kommen wir natürlich zurück“ – mit diesen Worten verabschiedete sich Anne Will vor einer Woche in die Karnevalspause. Passiert ist dann so einiges: Union und SPD rauften sich zu einer Großen Koalition zusammen, die geschlossene Vereinbarung sorgte in beiden Parteien für Unmut.

Insbesondere bei der SPD rappelte es im Karton, der ehemalige „Gottkanzler“-Kandidat Martin Schulz gab innerhalb kürzester Zeit sämtliche Optionen auf irgendwelche Ämter auf.

Dass es angesichts dieser Entwicklungen trotzdem keine außerplanmäßige „Anne Will“-Sendung gab, verwunderte viele Zuschauer, und sogar bei den Kollegen von den „Tagesthemen“ klang Kritik an:  „Wer jetzt nach dem #Tatort schmerzlich und völlig zurecht @AnneWill in der #ARD vermisst, dem sei alternativ diese hervorragende Polit-Talk Parodie der diesjährigen #Stunksitzung wärmstens empfohlen!“, twitterte Gudrun Engel.

Dabei wollte Anne Wills Redaktion tatsächlich eine Sonderausgabe auf die Beine stellen – die scheiterte allerdings an einem Mangel an geeigneten Gästen, wie die ARD dem Branchendienst „Meedia“ mitteilte: „Eine Ausgabe von ‚Anne Will‘ war am Sonntag im Programm des Ersten nicht vorgesehen. Gleichwohl hat die Redaktion ‚Anne Will‘ natürlich intensiv daran gearbeitet, außerplanmäßig zu senden. Allerdings hatten sich potenzielle Gäste für eine einstündige Gesprächssendung an diesem Sonntag offenbar Zurückhaltung auferlegt.“

In der SPD hatte zuvor Sigmar Gabriel mit einem Interview für die Funke-Gruppe die Stimmung gegen Parteichef Martin Schulz weiter angeheizt, wofür er umgehend selbst scharfe Kritik aus den eigenen Reihen erntete – kein gutes Klima für weitere öffentliche Äußerungen von hochrangigen Sozialdemokraten. In der Union wollte womöglich niemand riskieren, Angela Merkels Interview im ZDF am selben Abend mit direkter Kritik zu kontern. In den Parteien mag es brodeln, doch die Kämpfe werden vorerst offenbar lieber hinter den Kulissen ausgefochten.

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