Großbrand in Grönland: Ist dieses Foto der endgültige Beweis für den Klimawandel?

Das Feuer soll sich bereits auf Tausende Hektar ausgebreitet haben. (Bild: NASA/earthobservatory.nasa.gov/Jesse Allen/ Adam Voiland)

Normalerweise liegt die Durchschnittstemperatur in Grönland bei Minus 20 Grad Celsius. Neuerdings ist die Temperatur in einer bestimmten Region des Eislandes aber schlagartig angestiegen – ein historisch einmaliger Großbrand ist wahrscheinlich die Folge.

Bilder, an die man sich gewöhnen müssen wird: Im sonst so kalten Grönland sorgt seit einigen Tagen ein Großbrand für Aufsehen. Die zu Dänemark gehörende Insel im Atlantik zählt eigentlich zu den eisigsten Gegenden der Welt. Nichtsdestotrotz ist jetzt im Westen der Insel, ungefähr 150 Kilometer nordöstlich der Stadt Sisimiut, ein Flächenbrand ausgebrochen.

Bilder der US-Weltraumbehörde NASA zeigen das Ausmaß der Naturkatastrophe. Mitarbeiter der Behörde hatten das Feuer erstmals am 31. Juli auf Satellitenbildern entdeckt. Wissenschaftler stehen jedoch vor einem Rätsel: Die Frage, was den Brand ausgelöst haben könnte und warum er sich so lange hält, können Forscher noch nicht beantworten.

Fest steht jedenfalls, dass es sich um das größte Feuer auf Grönland seit Beginn der regelmäßigen Satellitenaufzeichnungen im Jahr 2000 handelt. In den vergangenen Tagen wurden in der Region 12 Grad Celsius gemessen, und das, obwohl die Durchschnittstemperatur in Grönland im Sommer normalerweise bei 10 Grad Celsius liegt.

Der Brand hat sich am Rande der Insel, die nicht von meterdickem Eis bedeckt ist, ausgebreitet. An den Küsten gibt es auf Grönland Vegetation. Eine mögliche Erklärung für das aktuelle Feuer könnte ein außer Kontrolle geratenes Lagerfeuer sein. Die eigentliche Ursache könnte laut Experten jedoch auch beim Klimawandel liegen. Durch die Aufweichung des Permafrosts liegen tote Pflanzen nun frei und könnten von der Sonneneinstrahlung so lange bestrahlt worden sein, bis sie Feuer fingen.

Die Wetter- und Klimaexpertin Jessica McCarty von der Miami University of Ohio sagte der Zeitschrift „Wildfire Today“, derzeit seien mehrere Tausend Hektar in Grönland von dem Brand betroffen. Der Brand werde durch den torfigen Boden begünstigt werde. „Nun müssen wir anfangen, Grönland wegen Lauffeuer zu beobachten. Darüber hatten wir nie wirklich nachgedacht.“

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