Große Empörung: Beatrix von Storch attackiert Sawsan Cheblis verstorbenen Vater

Markus Schmidt
Nutzt Twitter immer wieder als Provokationsmittel: Beatrix von Storch. (Bild: Getty Images)
Nutzt Twitter immer wieder als Provokationsmittel: Beatrix von Storch. (Bild: Getty Images)

Mit einer unbedachten Äußerung auf Twitter zieht AfD-Politikerin Beatrix von Storch erneut viel Kritik auf sich. Sie hatte hämisch über den Vater der Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli geschrieben, ohne zu wissen, dass dieser bereits im vergangenen Jahr verstorben war.

Am Montag hatte Beatrix von Storch einen Twitter-Beitrag des österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz geteilt, in dem es um die geplante Reform der Mindestsicherung in Österreich geht. Wien beschließt derzeit ein Gesetz, damit in Zukunft nur noch jene ein Anrecht auf die volle Mindestsicherung haben, die ausreichend Deutsch sprechen.

Storch kommentierte diesen Beitrag mit den Worten: “Da hätte Sawsan Cheblis Vater aber echte Finanzprobleme bekommen.” Damit spielt Storch auf den Umstand an, dass der Vater der Berliner Staatssekretärin die deutsche Sprache nicht oder nur kaum beherrschte, obwohl er bereits im Jahr 1970 nach Deutschland gekommen war.

Sawsan Chebli bestätigte hatte die schlechten Deutschkenntnisse ihres Vaters 2016 in einem Interview mit der “FAZ” angesprochen – und mit einem Seitenhieb auf von Storchs Partei verbunden: “Mein Vater ist ein frommer Muslim, spricht kaum Deutsch, kann weder lesen noch schreiben, ist aber integrierter als viele Funktionäre der AfD, die unsere Verfassung in Frage stellen.”

Inzwischen hat Beatrix von Stroch ihren Tweet wieder gelöscht. Vermutlich deshalb, weil Sawsan Chebli sie darauf hingewiesen hatte, dass ihr Vater bereits vor einigen Monaten verstorben ist. In einem Antwort-Tweet schrieb Chebli unter anderem: “Wenn Sie vorhatten, mich zu verletzen, dann ist es Ihnen gelungen.”

Dafür entschuldigte sich Storch umgehend:

Wenig später rechtfertigte sie ihren früheren Tweet. Sie habe nicht gewusst, dass Cheblis Vater gestorben sei.

Mit der “Debatte” meint sie offenbar einen Schlagabtausch im November 2017, kurz nach dem Tod von Cheblis Vater, der im September verstorben war. Auslöser für den Zwist war ein Bericht der “Bild”. In einem Artikel ging es um ein zehn Jahre altes Mädchen namens Zaina, das mit seinen drei Geschwistern und seiner Mutter in Griechenland festsaß. Der Vater habe sich als Flüchtling alleine weiter nach Deutschland aufgemacht.

Chebli forderte deswegen unter Verweis auf ihren Vater, den Familiennachzug in der aktuellen Flüchtlingskrise möglich zu machen, der seit 2015 ausgesetzt war.

Storch reagierte damals gewohnt direkt:

Worauf Sawsan Chebli wiederum entgegnete, dass ihr Vater sie eben dadurch aus dem Flüchtlingslager retten konnte, indem er allein vorausgereist war.

Auf ihrer Facebook-Seite hatte Sawsan Chebli im September 2017 einen langen Post über den Leidensweg und den Tod ihres Vaters verfasst. Darin heißt es unter anderem: “Mein Vater. Er hat dreizehn Kinder hinterlassen, die ihn alle verehren. Was für eine Leistung. Mein Vater. Er ist mein Held und er ist der Grund, warum ich hier stehe. Möge er in Frieden ruhen.”

Die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli wurde von Beatrix von Storch attackiert. (Bild: Getty Images)
Die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli wurde von Beatrix von Storch attackiert. (Bild: Getty Images)

Die aktuelle Auseinandersetzung zwischen Storch und Chebli hat einige Reaktionen hervorgebracht. So postete etwa die Grünen-Politikerin Renate Künast eine Blume unter den Wortwechsel der beiden Politikerinnen. Chebli reagierte darauf mit einem “Danke”.

Viele Twitter-User lobten Chebli zudem für ihre besonnene Antwort: