Großbritannien hat die höchste Todesrate unter älteren Patienten in der westlichen Welt

·Freie Autorin
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Kein westliches Land hat eine höhere Todesrate an älteren oder gebrechlichen Krankenhauspatienten als Großbritannien, wie eine neue Studie ergab - eine Statistik, die das britische Gesundheitssystem in Sorge versetzt.

Großbritannien führt eine traurige Statistik an (Symbolbild: Getty Images)
Großbritannien führt eine traurige Statistik an (Symbolbild: Getty Images)

Untersucht wurden die Zahlen von der International Collaborative on Costs, Outcomes and Needs in Care (Icconic), zu der unter anderem die Harvard Universität und die London School of Economics gehören. Sie überprüften die Daten von Patienten über 65, die mit zwei der häufigsten Gründen in dieser Altersklasse in Krankenhäuser der untersuchten zehn westlichen Länder eingeliefert werden: gebrochene Hüften und Herzversagen bei Diabetes. 

Großbritannien mit Abstand auf Platz eins 

Die schlechtesten Werte bei beiden Patientengruppen hatte hierbei Großbritannien. Innerhalb eines Jahres starben demnach fast ein Drittel (31,3 Prozent) der Menschen, die wegen einer Hüftfraktur operiert werden mussten. Zum Vergleich: Bei Schlusslicht Frankreich sind es lediglich 20,2 Prozent. Deutschland landet mit 26,6 Prozent an vierter Stelle. 

Von Diabetikern, die mit Herzversagen eingeliefert werden, starben innerhalb eines Jahres nach Einweisung sogar 43,2 Prozent - auch hier liegt Großbritannien mit einigem Abstand auf dem ersten Rang, gefolgt von den USA (37,6). Deutschland belegt mit 30,4 Prozent Platz sieben, doch Länder wie Australien (mit 22,5 Prozent auf Platz zehn) demonstrieren, dass es auch hier noch viel Luft nach unten gibt. 

Liegt es an falscher Kostenverteilung?

Der britischen Gesundheitsbehörde National Health Service (NHS) gibt dieses Ergebnis Anlass zur Sorge. Nun wird nach den Gründen für diese hohe Todesrate gesucht. 

Denn eine weitere Besonderheit von britischen Patienten mit den untersuchten Beschwerden ist, dass sie länger im Krankenhaus behandelt werden als dies in allen anderen Ländern der Studie der Fall ist. Wer in Großbritannien wegen einer gebrochen Hüfte operiert wird, verbringt danach im Schnitt 21,7 Tage in der Klinik. Zugleich gibt Großbritannien weniger Geld für die Pflege derartiger Patienten aus als andere Gesundheitssysteme. 

Dr. Jennifer Dixon, die an der Studie mitgearbeitet hat, sagte "The Guardian": "Dies zeigt eine Möglichkeit auf, die Versorgung effizienter zu gestalten, indem wir die vermeidbaren Kosten in der stationären Behandlung und Pflege reduzieren." Solche Gelder könnten dann in anderen Bereichen genutzt werden, "um sowohl den Patienten besser helfen zu können als auch die Produktivität von Krankenhäusern zu steigern". 

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