Grund für seltsames WrestleMania-Finish enthüllt?

Martin Hoffmann

Ein junges Top-Talent bekommt bei der größten Wrestling-Show des Jahres das Match seines Lebens gegen eine etablierte Veteranin. Eine große Gelegenheit, das Talent mit einem Sieg groß rauszubringen - passiert ist stattdessen das Gegenteil.

Bei WrestleMania 36 schickte WWE Jungstar Rhea Ripley in ein Duell mit der vieldekorierten Charlotte Flair - nur um sie am Ende klar durch Aufgabe verlieren zu lassen und den eigentlich für aufstrebende Performerinnen reservierten NXT-Damentitel an Flair abzugeben.

Ein Ergebnis, das viele Fans und Beobachter verwundert zurückließ, für das es nun aber womöglich eine Erklärung gibt.


Rhea Ripley verlor überraschend klar gegen Charlotte Flair

Wie der Pro Wrestling Insider berichtet, musste die gebürtige Australierin Ripley nach WrestleMania das Land verlassen, um sich in ihrer Heimat ein neues Arbeitsvisum zu besorgen.

Die 23-Jährige werde die ab Freitag angesetzten TV-Tapings für die kommenden RAW-, SmackDown- und NXT-Shows verpassen, berichtet das in der Regel gut informierte Portal. Wegen der anhalten Unsicherheit um die Corona-Pandemie sei völlig unklar, wann WWE wieder mit Ripley planen könne.

Ob dieses Visaproblem der Grund für Ripleys Niederlage war oder das Szenario ohnehin geplant war, ist nicht durchgesickert. Es liegt jedoch nahe, dass zumindest die überraschende Deutlichkeit von Ripleys Niederlage damit zu tun hat und WWE damit für den Fall vorgebaut hat, lange auf Ripley verzichten zu müssen.


Für diesen Fall kann WWE die Nicht-Ansetzung eines Rückkampfs mit der klaren Niederlage Ripleys erklären - sollte es doch zu einem kommen, dürfte WWE betonen, wie beherzt Ripley dagegenhielt, ehe die ausdauernde Attacken Flairs auf ihr Bein ihren Tribut zollten.

Flair - im vergangenen Jahr noch Teilnehmerin am historischen ersten Frauen-Hauptkampf von WrestleMania mit Ronda Rousey und Becky Lynch - wird sich bei NXT erstmal aber wohl anderen Gegnerinnen widmen müssen.

Bayley vor Fehde mit Sasha Banks, Becky Lynch - Shayna Baszler geht weiter

Bei den anderen großen Frauenmatches bei WrestleMania ist die Absicht hinter den Ausgängen klarer: Bei SmackDown ist ein Split zwischen Champion Bayley und ihrer Partnerin Sasha Banks geplant, die in dem Titelfünfkampf unbemerkt von Bayley im Stich gelassen wurde, als sie von Lacey Evans gepinnt wurde.


Bei der aktuellen Ausgabe von Monday Night RAW ist derweil die Fortsetzung der Fehde zwischen Langzeitchamp Lynch und Rouseys guter Freundin und Ex-MMA-Kollegin Shayna Baszler schon eingeleitet worden. Das Ende ihres WrestleMania-Matches, bei dem Lynch mit Hilfe der Seile Baszlers Aufgabegriff Kirifuda Clutch auskonterte und sie schulterte, ist ein bewährtes Stilmittel von WWE: Durch den Umstand, dass Baszler mehr übertölpelt als dominiert wurde, hielt die Liga sich eine Fortsetzung der Fehde offen.

Langjährige WWE-Fans kennen diese Variante: Auf dieselbe Art und Weise besiegte Bret "The Hitman" Hart 1992 bei WrestleMania VIII den verstorbenen "Rowdy" Roddy Piper (der selten einwilligte, ganz klare Niederlagen zu kassieren - nicht mal gegen Hulk Hogan) und bei den Survivor Series 1996 Stone Cold Steve Austin. Die Fehde gegen Austin mündete dann in dem legendär blutigen Submission Match bei WrestleMania 13, der als bester WWE-Kampf aller Zeiten gilt.


Das nun auch bei Lynch - Baszler angewandte Finish wurde unter anderem auch in Austins großer Fehde mit The Rock in der Attitude Era zitiert.