Guterres-Appell vor UN-Klimagipfel: "Weit entfernt von 1,5 Grad"

Unmittelbar vor Beginn des Klimagipfels der Vereinten Nationen in Madrid hat UN-Generalsekretär Antonio Guterres einen Appell an die Teilnehmer gerichtet.

Er forderte die weltgrößten Klimasünder zu mehr Einsatz auf, ohne einzelne Nationen zu benennen. Als Hauptsünder gelten die USA und China.

Guterres bemängelte vor allem fehlenden Ehrgeiz für eine Trendwende beim Ausstoß von Treibhausgasen: "Was immer noch fehlt, ist der politische Wille, den Kohlenstoff zu verteuern, der politische Wille, die Subventionen für fossile Brennstoffe einzustellen, der politische Wille, den Bau von Kohlekraftwerken ab 2020 einzustellen, der politische Wille, die Einkommenssteuer zugunsten von Steuern auf Kohlenstoff umzustellen, und die Umweltverschmutzung, nicht die Menschen, zu besteuern."

"Weit entfernt" von Begrenzung auf 1,5 Grad

Gemäß des 2015 geschlossenen Klimaabkommens von Paris soll die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad Celsius, wenn möglich sogar auf 1,5 Grad begrenzt werden. Davon sei man weit entfernt, mahnte Guterres: "Lassen Sie uns klarstellen, dass unsere Anstrengungen zur Erreichung dieser Ziele bisher völlig unzureichend waren. Die in Paris eingegangenen Verpflichtungen würden immer noch zu einem Temperaturanstieg von über drei Grad Celsius führen, aber viele Länder erfüllen nicht einmal diese Verpflichtungen."

Das Pariser Abkommen sieht vor, dass die Staaten spätestens im komenden Jahr ihre Klimaschutz-Zusagen nachschärfen.

Der Gipfel war wegen der Unruhen in Chile kurzfristig von Santiago nach Madrid verlegt worden. Ein Großaufgebot von über 1500 Einsatzkräften soll die Delegationen aus fast 200 Staaten auf dem Madrider Messegelände absichern.