Guttenberg kritisiert Nein zu deutscher Beteiligung an Militärschlag

Karl-Theodor zu Guttenberg bei einer Wahlkampfveranstaltung der CSU im August 2017 (Bild: Reuters)

Der frühe Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat das Nein der Bundesregierung zu einer Beteiligung an einem Militärschlag gegen Syrien scharf kritisiert. “Wenn Menschen abgeschlachtet werden, muss man auch einmal eingreifen”, sagte der CSU-Politiker in einem “Bild”-Interview. Die Bundesregierung mache es sich zu leicht, wenn sie sage, “die Drecksarbeit machen die anderen für uns”.

Merkel hatte bereits zwei Tage vor dem Raketen-Angriff der USA, Großbritanniens und Frankreichs auf Syrien als Vergeltung für einen mutmaßlichen Chemiewaffen-Einsatz eine deutsche Beteiligung ausgeschlossen – obwohl es gar keine Anfrage der Nato-Partner gab.

Guttenberg forderte von der Bundesregierung mehr als “hehre und hübsche Worte”. Ihre Argumente gegen eine Beteiligung an den Luftschlägen nannte er eine “Ausrede”, die ihm “zu billig” sei. “Ich glaube nicht, dass das Vertrauen weckt: weder in der eigenen Bevölkerung, noch im internationalen Kontext”, sagte der frühere Minister, der von Ende 2009 bis Anfang 2011 für 16 Monate Oberbefehlshaber der Bundeswehr war.

Guttenberg befürchtet auch einen nachhaltigen Schaden für Deutschland innerhalb der Nato: “Es ist schon Porzellan zerschlagen worden”, sagte er.

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