Händler fordern bei Plastiktütenverbot ein Jahr Übergangsfrist

Die Plastiktüte wird zum Auslaufmodell

Handel und Handwerk in Deutschland fordern eine ausreichend lange Übergangszeit beim Plastiktütenverbot. Die Branchenverbände sprachen sich am Mittwoch für eine Frist "von zwölf Monaten nach Inkrafttreten des Gesetzes, mindestens jedoch bis zum 31.Dezember 2020" aus. Das soll Unternehmen die Möglichkeit geben, ihre auf Lager liegenden Tüten noch "in den Verkehr zu bringen".

Der Industrie- und Handelskammertag (DIHK), der Handelsverband HDE und der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) wollen so "die finanzielle Belastung möglichst gering halten" und "die Vernichtung der bereits hergestellten und vorhandenen Kunststofftragetaschen vermeiden", wie sie gemeinsam erklärten.

Das Bundeskabinett hatte Anfang November beschlossen, sogenannte leichte Kunststofftragetaschen zu verbieten und Händler bei Verstößen mit Bußgeldern bis zu 100.000 Euro zu belegen. Die Branchenverbände erklärten, das Verbot gehe "deutlich über die zugrundeliegende EU-Richtlinie hinaus" und komme "für den Handel völlig unerwartet".

Demnach liegen schätzungsweise noch über 200 Millionen Einkaufstüten in den Lagern. Eine zu kurze Übergangsfrist "würde insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen wirtschaftlich hart treffen", warnten die Verbände.