Höchststrafe wegen Lynchen von mutmaßlichem Brandstifter in Algerien

Weil sie einen mutmaßlichen Brandstifter gelyncht haben, sind in Algerien 49 Angeklagte zum Tode verurteilt worden. Das zuständige Gericht in einem Vorort der Hauptstadt Algier habe die Angeklagten des "vorsätzlichen Mordes" für schuldig befunden, berichtete am Donnerstag die amtliche Nachrichtenagentur APS. Weil in Algerien seit 1993 ein Todesstrafen-Moratorium gilt, sei die Höchststrafe in lebenslange Haft umgewandelt worden.

Das Gericht befand die Angeklagten schuldig, im August vergangenen Jahres irrtümlich einen Mann der Brandstiftung beschuldigt und ihn gelyncht zu haben. Der 38-Jährige war als Freiwilliger in das Dorf Larbaa Nath Irathen in der Provinz Tizi Ouzou im Nordosten des Landes gekommen, um bei der Bekämpfung von Waldbränden zu helfen. Bei den Bränden waren landesweit mindestens 90 Menschen gestorben.

In dem Prozess um das Lynchen des freiwilligen Helfers wurden zudem 28 weitere Angeklagte zu Haftstrafen von zwei bis zehn Jahren verurteilt, 17 andere wurden freigesprochen.

jes/kbh