Höhere Inflation dämpft Konsumlaune in Deutschland

GfK-Konsumklima sinkt leicht

Höhere Preise an den Benzin-Zapfsäulen haben die Verbraucherstimmung in Deutschland gedämpft. Viele Bundesbürger sehen durch den Anstieg der Energiepreise ihre Kaufkraft beeinträchtigt, wie die GfK am Donnerstag in Nürnberg mitteilte. Nach 10,0 Zählern im März prognostiziert das Marktforschungsunternehmen für April zum zweiten Mal in Folge einen leichten Rückgang des Konsumklimas auf 9,8 Punkte. Insgesamt blicken die Deutschen aber zuversichtlich auf die Konjunktur.

"Die gestiegene Inflation in Deutschland und damit einhergehend verstärkte Sorgen um die Kaufkraft der Einkommen haben offenbar eine umfassende Erholung der Verbraucherstimmung im März verhindert", hieß es. Vor allem die zuletzt spürbar gestiegenen Preise für Energie hätten Spuren hinterlassen, da Bundesbürger sensibel auf Veränderungen bei bestimmten Signalpreisen wie zum Beispiel Benzin, Diesel oder Heizöl reagierten.

Die Teuerungsrate hatte im Februar mit 2,2 Prozent den höchsten Stand seit viereinhalb Jahren erreicht. Laut Statistischem Bundesamt mussten Verbraucher neben Benzin und Heizöl auch für frisches Gemüse deutlich tiefer in die Tasche greifen. Die GfK geht aber davon aus, dass die Inflationsrate durch den bereits einsetzenden Rückgang der Rohölpreise wieder sinken und "die derzeitige kleine Schwächephase des Konsumklimas ihr Ende finden" werde.

Ungeachtet der Preissteigerungen legte die Bereitschaft der Bundesbürger zu größeren Anschaffungen im März zu. "Für die Konsumenten ist die stabile Arbeitsmarktentwicklung offenbar das wichtigere Kriterium, denn sie verringert die Furcht vor Jobverlust und sorgt somit für höhere Planungssicherheit", erklärte die GfK.

Auch bei den Konjunkturerwartungen zeigte sich nach dem jüngsten Dämpfer wieder eine Tendenz nach oben: Die Verunsicherung bei vielen Bundesbürgern über die Politik des neuen US-Präsidenten Donald Trump sei einem wieder größeren Konjunkturoptimismus gewichen, hieß es in der GfK-Konsumklimastudie für März. Nach dem robusten Wirtschaftswachstum von 1,9 Prozent im vergangenen Jahr hätten die Verbraucher auch in diesem Jahr grundsätzlich positive Erwartungen.

Die GfK-Konsumklimastudie wird seit 1980 durchgeführt. Sie basiert auf einer repräsentativen Befragung von monatlich rund 2000 Verbrauchern in Deutschland.

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