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Höherer Mindestlohn lässt Zahl der Niedrigverdiener deutlich sinken

Die Zahl der Beschäftigten mit Löhnen unterhalb der Niedriglohnschwelle ist von April 2022 bis April 2023 deutlich um 1,1 Millionen gesunken. Eine Erklärung dafür ist laut Statistischem Bundesamt der gestiegene Mindestlohn. (Philippe HUGUEN)
Die Zahl der Beschäftigten mit Löhnen unterhalb der Niedriglohnschwelle ist von April 2022 bis April 2023 deutlich um 1,1 Millionen gesunken. Eine Erklärung dafür ist laut Statistischem Bundesamt der gestiegene Mindestlohn. (Philippe HUGUEN)

Die Zahl der Beschäftigten mit Löhnen unterhalb der Niedriglohnschwelle ist binnen eines Jahres deutlich gesunken. Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte, ging die Zahl der Niedriglohnjobs von April 2022 bis April 2023 um 1,1 Millionen auf rund 6,4 Millionen zurück. Eine Erklärung für diese Entwicklung ist dem Bundesamt zufolge der zwischen Januar und Oktober 2022 von 9,82 Euro auf 12,00 Euro gestiegene Mindestlohn.

Zum Niedriglohnsektor zählen laut Statistik alle Beschäftigungsverhältnisse, die mit weniger als zwei Drittel des mittleren Bruttostundenverdienstes entlohnt werden - im April 2022 waren dies 12,50 Euro und im April 2023 dann 13,04 Euro. Nicht berücksichtigt für die Auswertung des Bundesamtes wurden Auszubildende, da für sie, ebenso wie beispielsweise für Praktikantinnen und Praktikanten, Ausnahmeregelungen beim Mindestlohn gelten.

Im April 2023 arbeitete demnach knapp jeder sechste abhängig Beschäftigte (16 Prozent) in Deutschland in Jobs unterhalb der Niedriglohnschwelle. Ein Jahr zuvor hatte der Anteil noch bei 19 Prozent gelegen.

Näher aufgeschlüsselt, gibt es zwischen verschiedenen Wirtschaftszweigen indes deutliche Unterschiede: Überdurchschnittlich hoch war der Anteil der Niedriglohnbeschäftigten im April 2023 im Gastgewerbe, wo gut jedes zweite Beschäftigungsverhältnis (51 Prozent) im Niedriglohnsektor lag. In der Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft lag der Anteil bei 43 Prozent und im Bereich Kunst, Unterhaltung und Erholung bei 36 Prozent.

In der öffentlichen Verwaltung (vier Prozent), in der Finanz- und Versicherungsbranche (sechs Prozent), in der Informations- und Kommunikationsbranche (sieben Prozent) sowie im Bereich von Wasser, Abfallentsorgung und Beseitigung von Umweltverschmutzungen (sieben Prozent) seien die Anteile hingegen am niedrigsten gewesen, erklärte das Statistische Bundesamt.

Unterschiede gibt es demnach auch zwischen Männern und Frauen. Knapp jede fünfte Frau (19 Prozent) arbeitete im April 2023 laut Bundesamt im Niedriglohnsektor. Bei den Männern war es knapp jeder siebte (13 Prozent). Allerdings sank der Anteil an Beschäftigungsverhältnissen im Niedriglohnsektor bei den Frauen mit einem Rückgang von 23 Prozent auf 19 Prozent im Zeitraum von April 2022 bis April 2023 etwas stärker als bei den Männern. Hier ging er von 16 Prozent um drei Prozentpunkte auf 13 Prozent zurück.

jm/pe