"Habe mich einfach blöd gestellt": So narrte der SAT.1-"Mole" Zuschauer und Show-Kandidaten

Sebastian Bütow

Nach acht abendfüllenden "The Mole"-Folgen wurden die SAT.1-Zuschauer nun endlich erlöst. Der heimliche Saboteur der Abenteuerspiele in Argentinien war keines der durchtrainierten Alphatiere, sondern eine zierliche blonde Frau! Die Gewinnsumme von 68.380 Euro nahm aber ein anderer Kandidat mit nach Hause.

Dass man zierliche blonde Frauen besser nicht unterschätzen sollte, unterstrich das große Finale der SAT.-1-Abenteuershow "The Mole". Nach etlichen actionreichen und nicht selten wirren Challenges und Ratespielen, die die Zuschauer quer durch Argentinien führten, löste das feierlich gekleidete Moderatorenduo von "The BossHoss" nun endlich auf, welcher der Kandidaten die Zuschauer - und Mitkandidaten - zwei Monate lang an der Nase herumgeführt hatte, indem er all die verrückten Spielchen dieser Show heimlich zu sabotieren versuchte.

In der letzten Episode waren noch drei von ursprünglich zehn Kandidaten am Start: Der Profisportler-Hüne Martin (29) aus München, das Männermodel Yves (29) aus Bruchsal und eben Colleen (24), Psychologiestudentin aus Köln. Die Herren im Smoking, sie im feinen schwarzen Abendkleid - so standen sie am Strand den Musiker-Moderatoren Alec Völkel und Sascha Vollmer beim großen Finale gegenüber.

Ein schüchterner Schritt, und dann: "Ja, ich bin The Mole!"

Sie, gut und gerne eineinhalb bis zwei Köpfe kleiner als ihre Konkurrenten, wirkte beim Trommelwirbel-Moment naturgemäß etwas harmloser als ihre beiden Mitstreiter, doch dann trat plötzlich die schöne Blonde einen schüchternen Schritt hervor: "Ja, ich bin 'The Mole'", outete sich Colleen, und so lüftete sich das große Geheimnis der Show schon eine halbe Stunde vor dem Ende. Spektakulär inszeniert, mit dramatischen Hymnen aus Actionfilmen überspitzt und endlos in die Länge gezogen, wie man es von solchen Shows gewohnt ist, verpuffte diese langersehnte Schlusspointe allerdings ziemlich. Die Auflösung wirkte so unaufgeregt, als sei sie von einem ARTE-Dokufilmer gedreht worden und die Spezialisten aus der Postproduction gestreikt hätten.

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Ach ja, zuvor gab es wie immer noch Challenges zu absolvieren. Zum Beispiel "House-Running". Das Trio musste sich an Seilen befestigt einen Wasserturm herunterhangeln und zwei Zielscheiben beim Klettern Tritte verpassen, die den Team-Jackpot aufboosten. Oder mit Virtual-Reality-Brillen verschiedene Becher mit Mate-Tee einsammeln. Dabei sahen sie Bilder, die ihr Konkurrent filmte - Fragen nach Manipulationen standen, wie immer bei "The Mole", stets im Raum und wurden durch mittlerweile ziemlich ermüdende O-Ton-Einspieler mit einer Prise Pseudo-Spannung gewürzt.

Mit 68.380 Euro zurück nach Deutschland

Am Ende ließ eine ziemlich gelöste und dauergrinsende Colleen das ganze Pampa-Abenteuer noch einmal Revue passieren. "Ja, ich habe mich einfach blöd gestellt bei dem Promi-Rätsel im Grab, habe so getan, als ob ich diese Berühmtheiten nicht kenne", gab sie zu. Zu Beginn der Show hielten sie sehr viele für den Maulwurf - gefürchtet wurde sie vor allem wegen ihres Psychologie-Studiums. Colleen nannte noch viele weitere Beispiele und war stolz darauf, dass sie schlussendlich nicht enttarnt werden konnte.

"Jetzt sei doch mal ehrlich, Colleen, es gibt da so ein paar Hinweise ..." - So seien einige Kandidaten immer immer wieder auf sie zugekommen in Vier-Augen-Gesprächen. Diese abzuschmettern, sei nicht immer einfach gewesen. All die Indizien, die sie aufzählte, anhand derer sie als Maulwurf vermeintlich erkennbar war, sind jedoch für die Zuschauer wenig bis gar nicht erkennbar gewesen - eine große Schwäche dieser Show.

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Es war eine "Wahnsinns-Erfahrung", jubelte Colleen und strahlte mit ihren perfekten Zähnen. "Ich kann es nicht in Worte fassen. Einfach mega!" Jubelschreie gab es auch von Martin zu hören, der sich in einem ganz knappen Stechen gegen seinen Team-Buddy und Zimmernachbar Yves durchsetzte, beim finalen Wissensquiz zum "Mole". Die beiden waren bei der Anzahl der richtigen Antworten gleichauf, Martin war aber schneller. Der Longboarder mit dem XXL-Hipsterbart nimmt 68.380 Euro mit in den Flieger zurück nach Deutschland. Sicherlich wird er diesen Geldsegen und das Argentinien-Abenteuer niemals vergessen. Ob das auch für die Zuschauer vor dem Bildschirm gilt, bleibt abzuwarten.