Habeck fordert höhere Vergütung für Landwirte

Ferkel in einer Zuchtanlage

Vor dem Landwirtschaftsgipfel im Kanzleramt hat Grünen-Chef Robert Habeck gefordert, die Landwirte für ihre Erzeugnisse besser zu bezahlen. "Wir müssen eigentlich dem Wert der Lebensmittel wieder mehr Geltung verschaffen. Wir haben faktisch eine totale Entwertung von Lebensmitteln", sagte Habeck am Montag im Deutschlandfunk. "Wir sehen es an der Ladentheke, wir sehen es bei den Bauern, die häufig im Minus arbeiten, und wir sehen es in einer gewissen Wegwerf-Mentalität, die hochwertig produzierte Lebensmittel einfach dann wieder in den Müll schmeißt."

Es gebe verschiedene Schrauben, den Lebensmitteln mehr Wert zukommen zu lassen, sagte Habeck weiter. "Aber es heißt letztlich, die Bauern müssen höher vergütet werden." Die Verbraucher müssten dazu auch ihre Konsumgewohnheiten "ein bisschen umstellen".

Die Politik sei gefordert, die Rahmenbedingungen zu verändern. Habeck nannte als Beispiel die Umstellung der "Förderkulisse" - ökologisches Wirtschaften müsse mehr gefördert werden als die intensive Produktion. Auch Stallumbauten, um Tieren mehr Platz zu geben, müssten finanziell unterstützt werden.

Die Bundesregierung mache "zum wiederholten Mal den Fehler, wie bei der Automobilindustrie, wie bei der Kohle, den Leuten das Signal zu senden: Weißt Du was, die können weitermachen wie bisher, das geht in 50 Jahren noch genauso weiter, wie ihr es im Moment macht", kritisierte Habeck. Damit treibe die Regierung die Bauern in eine Sackgasse. "Wir brauchen eine Politik, die Konsumenten, Tier- und Umweltschützer und Landwirte wieder versöhnt, aber es wäre eine andere Politik als die, die wir im Moment haben."

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) empfängt am Morgen Vertreter von über 40 landwirtschaftlichen Gruppierungen im Kanzleramt. Vor wenigen Tagen hatten in Berlin 15.000 Bauern gegen die Agrarpolitik der Regierung protestiert.