"Wir haben existenzielle Angst": Einheimische aus der LGBTIQ+ Gemeinschaft über ihre Lage in Katar

Katar steht seit Jahren wegen Menschenrechtsverletzungen und dem Umgang mit der LGBTIQ+-Gemeinschaft in der Kritik. Die Reportage "Rote Karte statt Regenbogen - Homosexuelle in Katar" soll über die Missstände aufklären. (Bild: RTL)
Katar steht seit Jahren wegen Menschenrechtsverletzungen und dem Umgang mit der LGBTIQ+-Gemeinschaft in der Kritik. Die Reportage "Rote Karte statt Regenbogen - Homosexuelle in Katar" soll über die Missstände aufklären. (Bild: RTL)

In der RTL-Reportage "Rote Karte statt Regenbogen - Homosexuelle in Katar" schildern Einheimische aus der LGBTIQ+ Gemeinschaft des WM-Gastgeberlandes über ihre teils dramatische Lage.

Im November wird angepfiffen: Im Wüstenstaat Katar findet die diesjährige Fußball-Weltmeisterschaft statt. Das Emirat präsentiert sich weltoffen, steht allerdings seit Jahren wegen Menschenrechtsverletzungen in der Kritik. Mit der Reportage "Rote Karte statt Regenbogen - Homosexuelle in Katar" setzt RTL nun den Fokus auf den Umgang mit Homosexualität vor Ort. Homosexuelle Handlungen sind in Katar verboten und können mit Auspeitschen, mehrjährigen Freiheitsstrafen und dem Tod geahndet werden.

Die Reporter Jonas Gerdes und Timo Latsch befragten homosexuelle Kataris über ihre schwierige Lage in ihrer Heimat. Sie sprechen über ihren Alltag und die Schikanen, denen sie ausgesetzt sind. Aus Angst vor strafrechtlichen Konsequenzen und länderübergreifenden Überwachungen reden die Einheimischen zum Teil nur mithilfe von Codewörtern, selbst die Vorgespräche mit den Reportern fanden über verschlüsselte Kommunikationsdienste statt. Alleine diese Umstände zeigen, wie ernst die Lage in Katar für die LGBTIQ+ Gemeinschaft ist.

In der RTL-Reportage "Rote Karte statt Regenbogen - Homosexuelle in Katar" berichten Timo Latsch (rechts) und Jonas Gerdes über die Schikanen, denen die LGBTIQ+ Gemeinschaft in Katar ausgesetzt ist. So erzählen Homosexuelle aus dem WM-Gastgeberland über Verfolgungen, Diskriminierung und Angst. (Bild: RTL)
In der RTL-Reportage "Rote Karte statt Regenbogen - Homosexuelle in Katar" berichten Timo Latsch (rechts) und Jonas Gerdes über die Schikanen, denen die LGBTIQ+ Gemeinschaft in Katar ausgesetzt ist. So erzählen Homosexuelle aus dem WM-Gastgeberland über Verfolgungen, Diskriminierung und Angst. (Bild: RTL)

"Diese Menschen sollen uns beschützen, aber sie tun das komplette Gegenteil"

"Wir haben existenzielle Angst vor Bestrafung und Tod, denn was wir in unserer Jugend gelernt haben, ist, dass schwul sein eine Verirrung ist, nichts Natürliches", verrät ein Einheimischer in der Reportage. Die systematische Diskriminierung homosexueller Menschen in Katar sei frustrierend und traumatisierend. So schildert ein transsexueller Katari einen Vorfall am Zoll: "Sie brachten mich zur Polizeiwache und rasierten meinen Kopf. Nach ein paar Stunden ließen sie mich gehen. Als das passierte, verlor ich jegliche Hoffnung in das System. Diese Menschen sollen uns beschützen, aber sie tun das komplette Gegenteil."

Jonas Gerdes schildert die Lage in Katar in deutlichen Worten. "Wir haben seit Januar recherchiert, um das Vertrauen von Menschen aus der LGBTIQ+-Gemeinschaft zu gewinnen", so der Reporter. "Ich bin erschüttert, wie dramatisch die Lage für sie im WM-Land wirklich ist." Auch dem Fußballverband macht Gerdes Vorwürfe. "Offiziell bekennt sich die FIFA zur Einhaltung aller international anerkannten Menschenrechte und setzt sich für den Schutz dieser Rechte ein, in Katar tut sie das bislang zu wenig."

Die Reportage "Rote Karte statt Regenbogen - Homosexuelle in Katar" ist Teil von RTLs "Woche der Vielfalt" vom 20. bis 26. Juni und ist in der Nacht auf Donnerstag, 23. Juni, um 00:20 Uhr in einem RTL Nachtjournal Spezial zu sehen und anschließend auf RTL+ abrufbar.

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