„Sie haben sich kaputt gelacht“: Wie Microsoft 1999 Nintendo kaufen wollte

·Lesedauer: 2 Min.
Der Microsoft-Gründer Bill Gates stellt am 6.1.2001 auf der Consumer Electronic Show in der Spielmetropole Las Vegas die XBox vor.
Der Microsoft-Gründer Bill Gates stellt am 6.1.2001 auf der Consumer Electronic Show in der Spielmetropole Las Vegas die XBox vor.

Vor 20 Jahren, im Jahr 2001, brachte Microsoft die erste Xbox auf den Markt.

Zwei Jahre zuvor, im Jahr 1999, traten Führungskräfte von Microsoft mit einem Vorschlag an den japanischen Spielegiganten Nintendo heran: Microsoft würde die Hardware entwickeln – eine Spielkonsole – und Nintendo würde die Spiele entwickeln. Darüber hinaus würde Microsoft Nintendo im Rahmen des Deals komplett aufkaufen.

Die Reaktion von Nintendo? "Sie haben sich kaputt gelacht", sagte Kevin Bachus, ehemaliger Leiter der Abteilung für Beziehungen zu Drittanbietern bei Microsoft, Anfang des Jahres der Nachrichttenagentur Bloomberg. "Stellen Sie sich vor, dass Sie eine Stunde lang nur ausgelacht werden. So lief das Treffen ab."

In einem digitalen Museum, das Microsoft zur Feier des 20-jährigen Jubiläums der Xbox eingerichtet hat, kann man jetzt einen Brief aus den gescheiterten Verhandlungen sehen:

Trotz des Vermerks "Frühjahr 2000" am unteren Rand ist das Datum des Briefs selbst der 20. Oktober 1999.

Das Schreiben, das der damalige Vizepräsident für Hardware von Microsoft, Rick Thompson, an die damalige Vizepräsidentin für Geschäftsangelegenheiten von Nintendo of America, Jacqualee Story, schickte, scheint eine Reaktion auf ein Geschäftstreffen zwischen Microsoft und zwei der wichtigsten Persönlichkeiten von Nintendo zu sein: Nintendo-Hardware-Chef Genyo Takeda und Nintendo-Präsident Hiroshi Yamauchi.

In dem Brief schreibt Thompson, er verstehe die Bedenken von Herrn Takeda bezüglich einer möglichen Partnerschaft. Er bezieht sich auch direkt auf Nintendos "Delphin"-Konsole, die der Codename für das war, was schließlich 2001 als Nintendo GameCube auf den Markt kommen sollte.

Microsoft über Nintento: "Unser Argument war, dass ihre Hardware schlecht sei"

Ende 1999 arbeitete Microsoft an seiner ersten Xbox-Konsole, während Sony an der PlayStation 2 und Nintendo an dem Nintendo GameCube arbeitete. Sony sollte später sowohl Nintendo als auch Microsoft zuvorkommen, indem es die PlayStation 2 in den Ferien 2000 auf den Markt brachte.

Microsofts Vorschlag an Nintendo lautete damals, dass Nintendo durch die Zusammenarbeit mit Microsofts Hardware besser mit Sonys PlayStation 2 konkurrieren könnte, was die Leistung angeht.

"Wir hatten Nintendo im Januar 2000 bei uns im Haus, um die Details eines Joint Ventures auszuarbeiten, bei dem wir ihnen alle technischen Daten der Xbox gegeben hätten", sagte der ehemalige Microsoft-Chef für Geschäftsentwicklung, Bob McBreen, zu Bloomberg. "Unser Argument war, dass ihre Hardware schlecht sei, und im Vergleich zur Sony PlayStation war sie das auch."

Aber Nintendo biss nicht an – und Sonys PlayStation 2 dominierte die Videospielkultur im folgenden Jahrzehnt, während sowohl der GameCube als auch die ursprüngliche Xbox Mühe hatten, mitzuhalten. Heutzutage ist der Videospielmarkt jedoch weitaus diversifizierter und alle drei großen Konsolenhersteller sind auf ihre Weise erfolgreich.

Dieser Artikel wurde von Josh Groeneveld aus dem Englischen übersetzt und editiert. Das Original könnt ihr hier lesen.

Wir möchten einen sicheren und ansprechenden Ort für Nutzer schaffen, an dem sie sich über ihre Interessen und Hobbys austauschen können. Zur Verbesserung der Community-Erfahrung deaktivieren wir vorübergehend das Kommentieren von Artikeln.