Haftstrafen für 56 Angeklagte nach Flüchtlingstragödie vor der Küste Ägyptens

Sechs Monate nach einer Flüchtlingstragödie vor der Küste Ägyptens mit mehr als 200 Toten hat ein Gericht dutzende Verantwortliche zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Das Gericht in der Hafenstadt Rosetta sprach 56 Angeklagte am Sonntag unter anderem wegen fahrlässiger Tötung und Menschenhandels schuldig, wie ein Justizvertreter sagte. Sie wurden demnach zu Haftstrafen zwischen sieben und zehn Jahren verurteilt. Ein weiterer Angeklagte wurde freigesprochen.

Das Boot mit Ziel Italien war am 21. September mit bis zu 450 Menschen an Bord vor Rosetta gekentert. Nach Angaben von Überlebenden saßen bei dem Unglück viele Flüchtlinge im Laderaum des Bootes fest. Mindestens 202 Menschen kamen nach ägyptischen Behördenangaben ums Leben.

Nach Angaben des ägyptischen Militärs konnten 163 Menschen gerettet werden. Die meisten von ihnen kamen nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) aus Ägypten. Andere Überlebende stammten demnach aus Syrien, Eritrea, Äthiopien und dem Sudan. Nach dem Unglück waren unter anderem der Bootseigentümer und mehrere Schlepper festgenommen worden.

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