Hallen Kalk: Mischung aus Markt, Wohnen und Kultur soll entstehen

Bezirksregierung sieht Förderfähigkeit der Sanierung gegeben.

In die Diskussionen um Erhalt und künftige Nutzung der Hallen Kalk – ein Reizthema bei Bürgern und Kommunalpolitikern in den vergangenen Jahren – kommt noch einmal Bewegung.

Nachdem die Stadtverwaltung auf Druck von Bezirksvertretung und Stadtrat neun Millionen Euro aus dem Topf des Kommunalinvestitionsfördergesetz für die Sanierung der Hallen Kalk angesetzt hat, will inzwischen auch die Bezirksregierung das Projekt als „förderfähig“ benennen.

„Nun kann mit der Planung und Umsetzung begonnen werden“, ließ Kulturdezernentin Susanne Laugwitz-Aulbach jetzt den Kalker Bezirksvertretern sowie dem Kultur- und auch dem Stadtentwicklungsausschuss mitteilen. Nachdem die Finanzierung gewährleistet ist, will die Verwaltung nun ein realistisches und ganzheitliches Sanierungskonzept erarbeiten und dann ein europaweites Verfahren zur Suche eines Planers starten.

Viel Potential für die Kalker Kultur

Parallel zur technischen Sicherung der Hallen Kalk bereitet das Stadtplanungsamt derzeit ein sogenanntes „städtebauliches Werkstattverfahren“ mit Experten aus den Bereichen Städtebau und Landschaftsarchitektur für den Bereich des Kalker Süden vor. Betroffen ist hier der gesamte Bereich zwischen der Rolshover Straße, der Kalker Hauptstraße, der Wiersbergstraße und der Dillenburger Straße.

„Einige renommierte Planungsbüros sind für dieses Verfahren gesetzt“, sagte Wolfgang Tuch vom Stadtplanungsamt. „Aber auch lokale Experten sollen sich einbringen. Da sind wir für Vorschläge offen.“ Als Berater und Begleiter für dieses Werkstattverfahren, das Mitte Mai starten und Mitte Juli zum Abschluss kommen soll, hat sich die Kalker Bezirksvertretung jetzt einstimmig auf Bezirksbürgermeister Marco Pagano sowie auf die vier Fraktionsvorsitzenden Markus Klein (SPD), Jürgen Schuiszill (CDU), Heinz Peter Fischer (Linke) und Daniel Bauer-Dahm (Grüne) festgelegt.

„Was die unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen KHD-Hallen angeht, haben wir uns als Bezirksvertretung schon einstimmig und klar positioniert“, sagte Bezirksbürgermeister Pagano. „Auch für mich ist es ein großes Ziel, dass wir die Hallen am Ottmar-Pohl-Platz erhalten und eine spannende Weiternutzung schaffen. Dazu gibt es ja auch viele interessante Vorschläge aus der Kalker Bürgerschaft und von einer engagierten Bürgerinitiative.“ Dazu zähle ein Mix aus Wohnungen, Markthalle und Kultur. Schließlich biete das Areal sowohl für die Kölner als auch die Kalker Kultur viel Potenzial.

Mueum Ludwig soll Ausstellungsmöglichkeit bekommen

Einig sind sich die Bezirksvertreter auch, dass aus der ehemaligen Schauspielhalle (Halle 75) eine Veranstaltungshalle werden soll. Dafür würden sich beispielsweise die Etablierung der freien Tanzszene sowie die Nutzung für Brauchtumsveranstaltungen anbieten. Für die beiden anderen Hallen 76 und 77 hatten die Bezirksvertreter bereits die eine dauerhaften Ausstellungsmöglichkeit für das Museum Ludwig vorgeschlagen. „Wenn man dort einige der wertvollen und derzeit zwischengelagerten Gemälde oder Skulpturen aus der Sammlung des Ehepaar Ludwig ausstellen würde, die im normalen Museumsbetrieb keine Chance mehr haben, könnte man hier weltweit für Aufsehen sorgen“, sagte Linken-Vertreter Heinz-PeterFischer.

Doch die aktuellen Diskussionen der Stadtplaner geht inzwischen über das Areal hinaus. Pagano: „Mit dem traurigen Verlust der wohl letzten produzierenden Industrie-Arbeitsplätze von CE Engineering werden diese Flächen wohl frei und bieten eine wichtige Entwicklungsmöglichkeit für den Kalker Süden.“ In Kombination mit einigen größeren Brachflächen besteht momentan die Chance, den gesamten Komplex großflächig neu zu planen und zu ordnen.

Daher hatte man kürzlich schon ein Verkaufs- sowie Vermietungs- und Verpachtungs-Verbot für das gesamte Areal nördlich der Dillenburger Straße zwischen Rolshover Straße, Kalker Hauptstraße und Wiersbergstraße ausgesprochen. Hiermit will man verhindern, dass es „zu voreiligen und unerwünschten Fehlentwicklungen in dem genannten Bereich“ komme. Zudem wird die Verwaltung beauftragt, alle dortigen Grundstücke, die sich im städtischen Besitz befinden, „im allgemeinen Liegenschaftsvermögen zu bündeln“.

Schließlich kommt diesem Bereich des Kalker Südens – da sind sich die Bezirksvertreter einig – „aufgrund seiner historischen Entwicklung, der vorhandenen Bausubstanz und der Lage im Stadtraum eine besondere Bedeutung für die weitere städtebauliche Entwicklung zu“. Bei den künftigen Planungen und also auch beim Werkstattverfahren sollten einerseits der Neubau von Wohnungen und eine Vernetzung der vorhandenen Grünzüge und andererseits kulturelle und soziale Nutzungen berücksichtigt werden. Diese neuen Möglichkeiten sind auch bei den Ratspolitikern angekommen. „Im Kalker Süden kann ein spannendes Stück Stadt entwickelt werden“, sagte Kirsten Jahn, die stadtentwicklungspolitische Sprecherin der Grünen. „Die Chancen dafür stehen gut.“...Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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