Staus in und um Hamburg: Demo mit 3500 Trecker legt die Stadt lahm

Auto- und U-Bahnfahrer in Hamburg und Pendler aus dem Umland aufgepasst: Heute gibt es massive Staus und Verkehrsbehinderungen in Hamburg und im Umland. Grund: Eine Bauerndemo mit rund 3500 Treckern.

Laut Hamburger Polizei entspannte sich am Abend die Verkehrlage in Hamburg langsam. Zwischen Altstadt und Elbbrücken kam es jedoch stadtauswärts weiterhin zu stockendem Verkehr. Genauso wie auf dem Veddeler Damm, hier warem beide Fahrtrichtungen betroffen. 

Landwirte verlassen Hamburg nun mit ihren Treckern

Nach der Versammlung am Gänsemarkt haben sich die Landwirte mit ihren Treckern wieder auf den Weg aus der Stadt gemacht. Auch hier kommt es stellenweise zu deutlichen Verkehrsbehinderungen. Die gute Nachricht: Wie die Hochbahn mitteilte, nahmen am späten Nachmittag die Busse wieder den gewohnten Linienwege auf.

Kerstan: Wir brauchen den Dialog mit den Bauern

Hamburgs Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne), der Gastgeber der Umweltministerkonferenz ist, hat sich zur Demo der Bauern geäußert: „Die Landwirtschaft ist für unsere Umwelt und Ernährung von besonderer Bedeutung. Sie hat die Kulturlandschaft über Generationen mitgeprägt. Ohne sie würde Deutschland ganz anders aussehen. Auch hier in Hamburg brauchen wir die Landwirtschaft, zum Beispiel um unsere Heidelandschaften zu erhalten." Er kritisiert aber auch: „Gleichzeitig ist die Landwirtschaft durch den Einsatz von Pestiziden und Gülle für Insektenschwund, Rückgang der Artenvielfalt und hohe Stickstoff- und Phosphatwerte im Wasser mitverantwortlich. Diese Umweltprobleme müssen wir dringend gemeinsam lösen. Dabei können und wollen wir die Landwirtschaft selbstverständlich nicht alleine lassen." Landwirte seien Teil der Lösung. Er sehe auch, dass viele Bauern mit ihren Betrieben ums Überleben kämpfen, so Kerstan in seinem Statement.

Polizei zieht positive Zwischenbilanz der Trecker-Demo in Hamburg

Die Verkehrsbehinderungen durch den Bauernprotest mit rund 3500 Treckern seien geringer als erwartet gewesen, sagte der Hamburger Polizeisprecher Timo Zill. Viele Pendler hätten sich auf den Protest eingestellt und seien eher losgefahren oder auf die Bahn umgestiegen.

Der Polizeisprecher lobte auch das disziplinierte Verhalten der Landwirte. Die eigentliche Herausforderung für die Polizei werde aber nach der Kundgebung am Nachmittag kommen, wenn sich die Bauern auf den Heimweg machten, sagte Zill. Dann würden die Landwirte nicht mehr alle in Konvois fahren, sondern zumindest zum Teil individuelle Routen wählen. 

Nichts geht mehr am Ballindamm in Hamburg

Am frühen Nachmittag zeigt sich im Bereich Ballindamm Ecke Glockengießerwall das Ausmaß der Proteste: Während zahlreiche Trecker den Bereich verstopfen, mitten auf die Kreuzung fahren, kommt es zum Chaos. Autos hupen, fahren in Schlangenlinien um die Traktoren. Auffällig: Es sind nur zwei Polizist sichtbar. Die sind mit der Regelung des Verkehrs komplett überfordert, so scheint es zumindest. 

Auch bei Abreise der Bauern drohen Staus

Die Kundgebung zur Trecker-Demo mit ca. 3500 Bauern auf dem Gänsemarkt läuft gerade. Die Polizei warnt aber weiterhin vor Verkehrsbehinderungen in der Hamburger Innenstadt. „Anschließend ist eine individuelle Abreise der Teilnehmer mit ihren Gefährten vorgesehen. Weiterhin empfehlen wir dringend, den Innenstadtbereich mit privaten KFZ zu meiden!“

FDP nennt grüne Umwelt- und Landwirtschaftspolitik „Bullerbü-Romantik“

Anlässlich der Trecker-Demo meldet sich die FDP zu Wort: „Die Umweltminister tagen, und der Gastgeber hat noch nicht einmal seinen eigenen Klimaplan fertig“, spottet der umweltpolitische Sprecher der FDP-Bürgerschaftsfraktion, Kurt Duwe. „Die ideologische Konfrontation zwischen städtischen Verbrauchern und ländlichen Erzeugern hilft keinem. Wie wäre es mit einer Bildungsoffensive zu Realismus zur Lebensmittelerzeugung statt städtischer Bullerbü-Romantik?“ Als Maßnahmen schlägt Duwe dem Senat vor, Wochenmärkte besser zu unterstützen sowie regionale...Lesen Sie den ganzen Artikel bei mopo