Hamburger Hochbahn: "Wir können ja nicht die Innenstadt stilllegen"

Florian Zinnecker

Weil die Hochbahn die Station Mönckebergstraße erneuern will, wird die U3 ein Jahr lang gesperrt. Geht nicht anders, sagt Sprecher Christoph Kreienbaum. Ein Interview.

Fahrgäste der Linie U3 müssen sich bis 2021 auf Umwege einstellen. © Daniel Bockwoldt/​dpa/​dpa

Rund 63.000 Hamburgerinnen und Hamburger (und natürlich auch Hamburgbesucher) fahren jeden Tag mit der U3 zwischen Rathaus, Mönckebergstraße und Hauptbahnhof, rund 16.000 Fahrgäste steigen an der Haltestelle Mönckebergstraße ein oder aus. Ab Januar 2020 wird das erst einmal nicht mehr möglich sein – die Hochbahn hat angekündigt, die Haltestelle zu sanieren und deshalb die U3  für ein Jahr zu sperren. Warum das nicht anders geht, erklärt Hochbahn-Sprecher Christoph Kreienbaum im Interview.

ZEIT ONLINE: Herr Kreienbaum, wie wird der U-Bahnhof Mönckebergstraße aussehen, wenn er fertig ist? 

Christoph Kreienbaum: Er wird barrierefrei sein, das ist das Entscheidende. Es gibt dann zwei Aufzüge, die von der Mönckebergstraße aus direkt auf die Bahnsteige führen. Außerdem bauen wir einen zusätzlichen Zugang in Richtung Hauptbahnhof.

ZEIT ONLINE: Aus Sicherheitsgründen?

Kreienbaum: Wir erschließen damit zunächst einmal den östlichen Teil der Mönckebergstraße. So ein neuer Zugang bringt eine erhebliche Menge neuer Fahrgäste – das glaubt man gar nicht, aber man konnte das etwa beim Ausbau der Station Rödingsmarkt gut sehen, die ursprünglich auch nur einen Aufgang hatte. Und natürlich brauchen wir den Zugang als Fluchtweg.

ZEIT ONLINE: Im Moment führt von jedem Bahnsteig nur ein Weg nach oben. Kreienbaum: Die Station ist über 100 Jahre alt und relativ eng konstruiert, heute würde man die so nicht mehr bauen. Deshalb müssen wir hier auf die Sicherheit ein besonderes Augenmerk legen. Künftig gibt es an beiden Enden beider Bahnsteige Treppenzugänge – die bisherigen neben den Mönckeberg-Grills und zwei weitere in Richtung Hauptbahnhof.

ZEIT ONLINE: An der Strecke selbst ändert sich nichts? Kreienbaum: Die Strecke bleibt so, wie sie ist, nur die Haltestelle wird komplett modernisiert.

ZEIT ONLINE: Warum muss man dafür die Strecke ein ganzes Jahr lang sperren? Kreienbaum: Weil es so lange dauert, ganz einfach.

ZEIT ONLINE: Was dauert da so lange? Kreienbaum: Wir müssen die Haltestelle öffnen. Die Bahnsteige werden komplett abgerissen, das hat mit der Bausubstanz zu tun, aber auch damit, dass sie zu niedrig sind. Wir müssen insgesamt mehr Luft schaffen – und wir müssen die Aufzüge einbauen. Eine Komplettsanierung geht nie ohne Streckensperrung. Die Baumaßnahme selbst dauert noch länger, ab welchem Punkt die Züge wieder durchfahren und wann sie auch wieder anhalten, ist jetzt eine Frage der Feinplanung. Wir wollen aber gar keinen Hehl daraus machen: Es wird eine Sperrung geben, und die wird auch lange dauern.

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