Hamburger Modemacher: So erlebe ich die Gewalt in Hongkong

Vor der Haustür sieht man das Chaos der Gewalt-Exzesse. Die Schottersteine der sechsspurigen Straße sind rausgerissen, Metallschilder, Absperrgitter. Alles liegt herum, als habe ein Tornado gewütet. Tobias Schröder, der immer wieder nach Hongkong reist, um von hier aus die Produktion seines Modelabels „Khujo“zu koordinieren, wohnt in einem der Epizentren der Krawalle, die die chinesische Metropole seit Wochen erschüttern.

Wie bei einem Flashmob, einem im Internet organisiertem Zusammentreffen, rotten sich an Knotenpunkten der Stadt Tag und Nacht tausende Menschen wie aus dem Nichts heraus zusammen, reißen alles aus dem Boden, was nicht niet- und nagelfest ist, so beschreibt Schröder, was er live aus seinem Appartement heraus beobachten konnte. Keine 20 Meter Luftlinie von seinem Bett entfernt: Vermummte, die Barrikaden in Brand setzten und sich dahinter verschanzten.

Hamburger über Lage in Hongkong: „Ein Schlachtfeld"

Der 49-jährige Unternehmer, der sonst in Hamburg-Winterhude wohnt, sagt: „Die Straßen, in denen sich die Wut massiv entladen hat, gleichen einem Schlachtfeld.“ Aus friedlichen Protesten wurde ein Bürgeraufstand. Bereits vor einem halben Jahr, als es XXXL-Demonstrationen mit bis zu zwei Millionen Menschen gab (bei 7,5 Millionen Einwohnern mehr als ein Viertel der Hongkonger), die für ihre Freiheit marschierten, spürte Tobias Schröder: „Hier passiert etwas. Diese Massen, die für Demokratie einstanden, das beeindruckte mich sehr.“

Stimmung in Hongkong hat sich gewandelt

Als er jedoch vor fünf Wochen wieder nach Hongkong reiste, merkte er, wie sich die Stimmung in der Stadt gewandelt hatte. „Der Flughafen, der sonst immer stark bevölkert war, wirkte fast wie ausgestorben. Auf den Straßen war viel weniger los. Ich hatte...Lesen Sie den ganzen Artikel bei mopo