Hamburger Rentner-Räuber (71): Warum Jauerniks „letztes Wort“ noch Tage dauern kann

Seine Auftritte vor Gericht nutzte Serien-Bankräuber Michael Jauernik stets zur Selbstbeweihräucherung und ausschweifende Monologe. Auch den Freitag widmete der 71-Jährige ganz seinem letzten Wort. Und das könnte auch noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Denn: Der Angeklagte stellte vor dem Landgericht einen Antrag, in dem er die Erlaubnis zur vollständigen Verlesung zweier Urteile des Bundesverfassungsgerichts aus den 90er Jahren forderte.

Nach einer Beratung der Strafkammer erklärte die Vorsitzende Richterin Birgit Woitas: „Verlesen Sie, was Sie verlesen wollen!“ Der Senior arbeitete sich anschließend Seite um Seite durch die jahrzehntealten Akten. Das Karlsruher Gericht hatte ihm damals in zwei Beschwerden gegen Disziplinarmaßnahmen im bayerischen Gefängnis von Straubing Recht gegeben. Die aktuelle Anklage spielte bei den stundenlangen Ausführungen nur am Rande eine Rolle.

Staatsanwaltschaft forder zwölf Jahre Haft

Die Staatsanwaltschaft wirft Jauernik schweren Raub und versuchten Mord vor. Er soll zwischen 2011 und 2019 drei Banküberfälle begangen haben. Beute: rund 25.000 Euro. Der Senior war als „Donnerstagsräuber“ bekannt geworden, da er immer an diesen Tagen zuschlug. Und das fast 50 Jahre lang. Vor Jahrzehnten saß er bereits wegen Banküberfällen im Gefängnis und zettelte 1990 eine Häftlingsrevolte im Hamburger Gefängnis „Santa Fu“ an.

Bei einem seiner letzten Überfälle schoss er einem Bankmitarbeiter in den Bauch. Der damals 45-Jährige überlebte nur dank einer Notoperation. Vor Gericht gestand Jauernik die Taten, bestritt jedoch...Lesen Sie den ganzen Artikel bei mopo