Hamburgs Hölle auf Erden: Unser Vater war im KZ

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Das KZ Neuengamme – die Hölle auf Erden vor den Toren der Stadt. Was den 105 000 Gefangenen dort angetan wurde, darüber gibt es etliche Aufsätze und Bücher. Aber was mit den Angehörigen ist, wie sie gelitten haben und weiter leiden, was es bedeutet, Nachfahre eines KZ-Insassen zu sein – das war lange ein wenig beachtetes Thema. Doch nun ändert sich das. Der „Ort der Verbundenheit“ heißt ein Platz in der Nähe des alten Klinkerwerks auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte in Neuengamme, der soeben eingeweiht wurde und nun ganz den Söhnen und Töchtern, den Enkeln und Urenkeln gewidmet ist. Fünf Jahre lang hat eine Gruppe Angehöriger von ehemaligen Häftlingen an diesem Gedenkort gearbeitet. Von einem „sich stetig weiterentwickelnden Ort lebendigen Erinnerns“, spricht Dr. Oliver von Wrochem, der Leiter der KZ-Gedenkstätte Neuengamme. Und Kultursenator Carsten Brosda sagt, dies sei ein „in dieser Form einzigartiges Projekt!“ Der „Ort der Verbundenheit“: eine Stätte lebendigen Erinnerns Der „Ort der Verbundenheit“ ist zunächst einmal nichts anderes als eine Reihe von Tafeln, die in der Nähe des alten Klinkerwerks im Freien aufgestellt sind. Nun können Angehörige aus der ganzen Welt diese Fläche nutzen und mit Leben erfüllen. Jeder kann ein Plakat entwerfen, es auf eine der Tafeln kleben und so die Erinnerung an das verfolgte Familienmitglied wachhalten. Alles ist dabei möglich: zu zeichnen, zu malen, Texte zu schreiben oder die Fläche mit Fotos zu gestalten. Der „Ort der Verbundenheit“ ist entstanden, weil der Wunsch der Angehörigen groß war, ihre Verbundenheit mit ihrem Familienmitglied zum Ausdruck zu bringen, und zwar nicht irgendwo, sondern dort, wo es gelitten hat. Für viele ist die Verfolgung ihres Angehörigen ein so zentrales Thema, dass es auch ihr Leben entscheidend geprägt hat. Denn entweder mussten die Angehörigen ohne Ehemann, Vater oder Opa weiterleben und zusehen, wie sie diesen Verlust verkraften. Oder der Angehörige überlebte, dann belasteten die furchtbaren Erzählungen von den erlittenen Qualen die Familie. Schwieg er, weil er kein Wort herausbekam, dann musste die Familie mit dem bedrückenden Schweigen klarkommen, was mindestens genauso belastend war. Angehörige können Plakate mit Infos und Fotos ihrer Verwandten aufhängen Die Angehörigen sind froh, nun diesen „Ort der Verbundenheit“ zu haben. Die ersten Plakate kleben bereits. Eins hat...Lesen Sie den ganzen Artikel bei mopo