Oscar für den besten Film geht an "Argo"

AFP25. Februar 2013
Affleck (r.) holt mit "Argo" Oscar für den besten Film
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In einer Oscar-Nacht ohne herausragenden Sieger hat sich der Politthriller "Argo" von Ben Affleck als bester Film des Jahres durchgesetzt. Der Streifen von und mit Ben Affleck erhielt die Trophäe bei der Oscar-Gala in Los Angeles. In dem auf wahren Begebenheiten basierenden Streifen geht es um eine spektakuläre Befreiungsaktion für US-Diplomaten nach der Besetzung der US-Botschaft während der Wirren im Iran nach dem Sturz des Schahs 1979. Das Foto zeigt Affleck (r.), George Clooney, Grant Heslov und Jack Nicholson (l.)

In einer Oscar-Nacht ohne herausragenden Sieger hat sich der Politthriller "Argo" von Ben Affleck als bester Film des Jahres durchgesetzt. Erfolgreich verlief die 85. Oscar-Gala in Los Angeles auch für deutschsprachige Filmschaffende mit Auszeichnungen für Christoph Waltz und den österreichischen Regisseur Michael Haneke. Klar hinter den Erwartungen zurück blieb Steven Spielbergs Historiendrama "Lincoln".

Den Oscar-Sieg von "Argo" verkündete überraschend die live aus dem Weißen Haus zugeschaltete Präsidentengattin Michelle Obama. In dem auf wahren Begebenheiten basierenden Film geht es um eine spektakuläre Befreiungsaktion für US-Diplomaten nach der Besetzung der US-Botschaft während der Wirren im Iran nach dem Sturz des Schahs 1979. Der Streifen hatte in Hollywoods diesjähriger Filmpreissaison bereits eine Reihe von Auszeichnungen erhalten, unter anderem räumte er bei den Golden Globes ab.

Der von Deutschland koproduzierte Haneke-Film "Liebe" musste sich "Argo" in der Königskategorie geschlagen geben, gewann aber den Oscar als bester fremdsprachiger Film. Haneke dankte seinen Hauptdarstellern Emmanuelle Riva und Jean-Louis Trintignant. "Ohne sie würde ich hier nicht stehen", sagte er. Der auf Französisch gedrehte Film erzählt die Liebe eines alten Ehepaares, das mit schwerer Krankheit und dem Tod konfrontiert ist.

Mit vier Oscars gewann die Romanverfilmung "Life of Pi - Schiffbruch mit Tiger" die meisten Auszeichnungen. Unter anderem holte der US-taiwanische Filmemacher Ang Lee den Preis für die beste Regieleistung. Lee hatte bereits 2006 für "Brokeback Mountain" den Regie-Oscar gewonnen.

Spielbergs Monumentalwerk "Lincoln", das für zwölf goldene Statuetten nominiert war, wurde indes nur zwei Mal ausgezeichnet. Hauptdarsteller Daniel Day-Lewis schrieb dabei Hollywood-Geschichte: Als erster Schauspieler gewann er zum dritten Mal den Oscar für die beste Hauptrolle. Der britisch-irische Mime war bereits 1989 für "Mein linker Fuß" und 2008 für "There Will Be Blood" als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet worden.

Day-Lewis setzte sich gegen Bradley Cooper ("Silver Linings Playbook"), Hugh Jackman ("Les Misérables"), Joaquin Phoenix ("The Master") und Denzel Washington ("Flight") durch.

Die US-Schauspielerin Jennifer Lawrence erhielt für ihre Darstellung einer nymphomanen Witwe in "Silver Linings" den Oscar für die beste weibliche Hauptrolle. Neben Lawrence waren in dieser Sparte Emmanuelle Riva ("Amour"), Jessica Chastain ("Zero Dark Thirty"), Naomi Watts ("The Impossible") und die erst neunjährige Quvenzhane Wallis ("Beasts of the Southern Wild") nominiert gewesen.

Als beste Nebendarstellerin wurde die US-Schauspielerin Anne Hathaway ("Les Misérables") geehrt. . "Es ist wahr geworden", sagte Hathaway, als sie die Statuette entgegennahm. Hathaway spielte in dem auf einem Roman des französischen Schriftstellers Victor Hugo basierenden Filmmusical "Les Misérables" die Rolle der verarmten Mutter Fantine.

Für den Titelsong des jüngsten James-Bond-Streifens "Skyfall" nahmen die britische Sängerin Adele und der britische Songwriter Paul Epworth die Auszeichnung entgegen. Adele kamen bei ihrer kurzen Dankesrede die Tränen. "Das ist unglaublich", sagte die 24-jährige Sängerin und rief dem Publikum zu: "Ihr seid auch alle unglaublich." Zuvor hatte Adele das Lied bei der Gala im Dolby Theatre erstmals live vortragen.

Die deutschen Oscar-Hoffnungen in der Doku-Sparte erfüllten sich nicht. Der vom NDR mitproduzierte Dokumentarfilm "Töte zuerst" unterlag dem schwedisch-britischen Werk "Searching For Sugar Man". Auch bei den Kurzdokumentationen ging ein Film mit deutscher Beteiligung leer aus: Die von der Hamburger Firma gebrueder beetz filmproduktion mitproduzierte Doku "Open Heart" musste sich "Inocente" geschlagen geben.

Moderiert wurde die Gala erstmals von dem US-Komiker Seth MacFarlane. "Ich kann nicht glauben, dass ich hier bin", witzelte er. "Es ist eine Ehre, dass alle anderen nein gesagt haben."

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