Hans-Werner Sinn: Trump sollte auf die Wall Street schauen, statt Merkel zu attackieren

John Stanley Hunter
Hans Werner Sinn

Donald Trump solle sich lieber an die eigene Nase fassen, bevor er Merkel und Deutschland kritisiert, meint Hans-Werner Sinn. Der ehemalige ifo-Chef schreibt in einem Gastbeitrag für den britischen „Guardian“, Trumps Anschuldigungen gegenüber Deutschland seien fehlgeleitet.

Der US-Präsident hatte Deutschland vorgeworfen, den Euro vorsätzlich geschwächt zu haben, um sich einen Handelsvorteil zu schaffen. Deutschlands Export profitiert zwar tatsächlich vom schwachen Euro, doch der Vorwurf der absichtlichen Manipulation wiegt schwer.

„Deutschland ist ein Land, das immer dafür geworben hat, dass die Europäische Zentralbank eine unabhängige Politik macht, so wie das auch die Bundesbank gemacht hat, als es noch keinen Euro gab“, kommentierte Merkel Ende Januar den Vorwurf. „Deshalb werden wir auf das Verhalten der EZB auch keinen Einfluss nehmen. Deshalb kann ich auch an der Situation, wie sie ist, und will ich auch gar nichts ändern.“

Sinn sieht eine inflationäre Kreditblase in Südeuropa, die Expansionspolitik der EZB und die Finanzprodukte der US-Banken in der Schuld. „Also, statt Deutschland zu kritisieren, sollte sich Trump lieber auf die Geldinstitute in seinem eigenen Land fokussieren“, schreibt der Ökonom. 

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