Harald Schmidt: Annalena Baerbock wird "Außenministerin mit drei Lebensläufen"

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COLOGNE, GERMANY - MAY 27:  Harald Schmidt at Phil Cologne on May 27, 2015 in Cologne, Germany.  (Photo by Ralf Juergens/Getty Images) (Bild: 2015 Ralf Juergens/Ralf Juergens)
COLOGNE, GERMANY - MAY 27: Harald Schmidt at Phil Cologne on May 27, 2015 in Cologne, Germany. (Photo by Ralf Juergens/Getty Images) (Bild: 2015 Ralf Juergens/Ralf Juergens)

In ihrem "ntv Rückblick" sind Linken-Politiker Gregor Gysi und Entertainer Harald Schmidt für klare Worte und den ein oder anderen Seitenhieb bekannt. Diesmal in ihrem Fokus: die "beiden Nervensägen" Harry und Meghan sowie die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock.

Hat Annalena Baerbock das Zeug zur Kanzlerin? Nach Einschätzung von Linken-Politiker Gregor Gysi und Entertainer Harald Schmidt zu urteilen: ja. In "Gysi & Schmidt: Der ntv Rückblick" (Freitag, 11. Juni, 19.10 Uhr, ntv) diskutiert das Gespann über die Möglichkeiten für die Grünen, Regierungsverantwortung zu übernehmen. An Spitzenkandidatin Baerbock hat Gysi durchaus Kritikpunkte - und Kanzlerin sein ist kein Zuckerschlecken. "Man darf nun auch die Schwierigkeiten des Jobs der Kanzlerin / des Kanzlers nicht unterschätzen. Da kommt eine Menge auf die Frau zu, wenn es denn wirklich dazu käme", so Gysi.

In der öffentlichen Diskussion um Baerbock ist dem Politiker der Linken jedoch vor allem eine Ungerechtigkeit aufgefallen: "Bei ihr wurde sofort die Frage gestellt, wie sie das schafft mit zwei kleinen Kindern. Wenn ihr Partner Kandidat gewesen wäre, hätte das kein Mensch gefragt." Daraus zieht Gysi die Erkenntnis: "Daran sieht man, dass wir mit der Gleichstellung der Geschlechter noch ein ganzes Stück zurück sind." Dem kann Harald Schmidt nur beipflichten - samt Kritik an den Fragestellern: "Aber das weiß man doch mittlerweile als Journalist, dass das gar nicht geht, dass man das fragt."

In "Gysi & Schmidt: Der ntv Rückblick" verteilen Linken-Politiker Gregor Gysi (links) und Moderator Harald Schmidt den ein oder anderen Seitenhieb. (Bild: TVNOW / probono.tv)
In "Gysi & Schmidt: Der ntv Rückblick" verteilen Linken-Politiker Gregor Gysi (links) und Moderator Harald Schmidt den ein oder anderen Seitenhieb. (Bild: TVNOW / probono.tv)

Harald Schmidt giftet gegen "die beiden Nervensägen" Harry und Meghan

Der Entertainer garniert seine Einschätzung mit einer Prognose: "Ich glaube auch, dass die Grünen reif fürs Kanzleramt sind, aber es wird nicht leicht. Ich lege mich fest: Es wird schwarz-grün geben." Harald Schmidt tippt noch auf ein, zwei weltpolitische "Klopper", "dann sagen die Wählerinnen und Wähler 'Wir wollen uns doch lieber auf die schwarzen Profis verlassen.'" Die Grünen würden sich allerdings teuer verkaufen. "Baerbock als Außenministerin mit drei bis vier Lebensläufen, die man je nach Laune anklicken kann", spielte Schmidt sarkastisch auf kürzlich an die Öffentlichkeit gekommene Ungenauigkeiten in der Vita der Grünen-Kanzlerkandidatin an. Robert Habeck als Verteidigungsminister und Anton Hofreiter als Finanzminister sind weitere steile Vorschläge des Ex-Late-Night-Gastgebers. "Es geht nicht um ein Stück vom Kuchen, es geht um die ganze Bäckerei", konstatiert Schmidt.

Auch das wohl allgegenwärtige Thema britische Königsfamilie wird aufgegriffen - allen voran Harry und Meghan und ihre kürzlich geborene kleine Tochter Lilibet Diana. "Ich hätte mir gewünscht, dass die neue Erdenbürgerin Lilibet Diana Camilla geheißen hätte, damit da auch noch die Stiefoma eingebunden ist", giftete Harald Schmidt. "Ich finde, man sollte die beiden Nervensägen sich jetzt mal in Ruhe mit dem Baby beschäftigen lassen." Gregor Gysi sei nach eigener Aussage "heilfroh, nicht zu dieser Familie zu gehören" - dies sei viel zu anstrengend.

Vor ihrer Analyse ist niemand gefeit: In "Gysi & Schmidt: Der ntv Rückblick" sagen Linken-Politiker Gregor Gysi und Entertainer Harald Schmidt ungefiltert ihre Meinung. (Bild: TVNOW)
Vor ihrer Analyse ist niemand gefeit: In "Gysi & Schmidt: Der ntv Rückblick" sagen Linken-Politiker Gregor Gysi und Entertainer Harald Schmidt ungefiltert ihre Meinung. (Bild: TVNOW)

"Unterm Strich sind wir nicht schlecht durch die Pandemie gekommen"

Natürlich darf auch die Corona-Pandemie in der Diskussion nicht fehlen. Zwar sind sich Schmidt und Gysi in der Bewertung der Lage größtenteils einig, Ersterer hat jedoch den positiveren Eindruck gewonnen: "Ich schäme mich nicht zu sagen, ich habe die ganze Zeit sehr entspannt verbracht." Früh hätte er denen vertraut, welche die AHA-Regeln empfohlen hätten. "Ich finde auch, unterm Strich sind wir nicht schlecht durch diese Pandemie gekommen, wenn ich mir die nackten Zahlen anschaue", so Harald Schmidt. Der wirtschaftliche Schaden sei jedoch noch unklar.

Kritischer sieht es Gregor Gysi, auch wenn er die Maßnahmen nicht grundlegend negativ sieht. "Was mir wirklich Sorgen macht, ist was ganz anderes: Man hat gesehen, dass die Leute die Einschränkung von Grundrechten so zu 80 Prozent akzeptieren", schätzt der Linken-Politiker. "Die Orbans in unserer Gesellschaft, die es ja auch gibt, könnten auf die Idee kommen, Begründungen zu suchen, um Grundrechte einzuschränken." Demnach müsse man "höllisch aufpassen".

Neben weiteren Themen wird in "Gysi & Schmidt: Der ntv Rückblick" auch die Blockade des Suez-Kanals durch ein Container-Schiff, Joe Bidens US-Politik und die verhinderte Super League im Fußball diskutiert. Unter anderem wird die Sendung am Sonntag, 13. Juni, um 11.10 Uhr auf ntv wiederholt.

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