Hardlinerin Sanae Takaichi will japanische Regierungschefin werden

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Sanae Takaichi (AFP/Kazuhiro NOGI)

Die Hardlinerin Sanae Takaichi will neue japanische Regierungschefin werden. "Mit der Verantwortung, Japan zu schützen und der Entschlossenheit, den Weg zur Zukunft zu öffnen" gab die 60-Jährige am Mittwoch ihre Kandidatur um den Vorsitz der liberaldemokratischen Regierungspartei (LDP) bekannt. Wer die Wahl am 29. September gewinnt, wird Premierminister und führt die LDP im Oktober oder November in die Parlamentswahlen.

Die Liberaldemokraten benötigen eine neue Führung, nachdem Ministerpräsident Yoshihide Suga Ende letzter Woche seinen Rückzug bekanntgegeben hatte. Neben Takaichi gab bislang lediglich der frühere Außenminister Fumio Kishida bekannt, dass er sich um das Amt bewirbt. Bislang wurde das Amt des Regierungschefs in Japan immer von Männern ausgeübt.

Die 60-Jährige versprach unter anderem Veränderungen in den Bereichen Bildung, Verteidigung und Katastrophenmanagement. Sie kündigte an, die Wirtschaft mit einem selbst entwickelten Plan anzukurbeln. Unter ihr werde es auch strengere Corona-Maßnahmen in Japan geben - bis hin zu umfassenden Ausgangssperren.

Takaichi gilt selbst innerhalb ihrer eigenen Partei als umstritten. Sie verweigert etwa Entschuldigungen für die von Japan begangenen Verbrechen in der Vergangenheit. Regelmäßig besucht sie den Yasukuni-Schrein, in dem Kriegstote, darunter auch Kriegsverbrecher, geehrt werden. Das sorgt für Spannungen mit Südkorea und China. Ehepaare sollen nach Takaichis Vorstellung keine unterschiedlichen Nachnamen tragen dürfen.

Während einer früheren Amtszeit als Ministerin drohte die 60-Jährige, die Regierung könne Sender schließen, die politisch einseitig berichteten. Das löste Sorgen hinsichtlich der Pressefreiheit aus.

Takaichi ist als Heavy-Metal-Fan bekannt. Als Jugendliche soll sie Schlagzeug gespielt haben. Als Studentin ließ sie sich angeblich die Haare pink färben und fuhr gerne Motorrad. Dieses Hobby gab sie als Abgeordnete auf.

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