Hart aber Fair: Das Spiel um die Welt

Mila Lemke
Freie Autorin
Bei Hart aber Fair diskutieren Armin Laschet, Rolf-Dieter Krause, Evelyne Gebhardt, Daniel Stelter und Lutz Trümper. Foto: ARD Screenshot

Ob „Brexit“ wohl zum Unwort des Jahres gewählt wird? Jeder darf einmal seinen Senf zum Thema abgeben. Auch Moderator Frank Plasberg und seine Gäste bei „Hart aber Fair“ berieseln den Zuschauer mit den immer gleichen Fragen und den immer gleichen Antworten. Was bedeutet der Ausstieg für Europa? Und ist die europäische Idee überhaupt noch zu retten?

Hoffentlich hat jeder bereits seinen Prepper Bunker gebaut. Wenn nicht, dann ist jetzt höchste Zeit dazu. Die Welt scheint mit dem Brexit schon bald unterzugehen. Vom sicheren Bunker lässt sich dann getrost das Spiel um die Welt anschauen – und Popcorn nicht vergessen. Global Player sind: USA, China, Russland und vielleicht Europa. Allein deshalb hätten wir die Briten behalten sollen – als Mitspieler. Wie das ginge, erklärt Daniel Stelter. Zum Glück ist er da, sonst gäbe es wenig Streitpotential zwischen den Gästen.

Es diskutieren

Armin Laschet: Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen
Daniel Stelter: Volkswirtschaftler, Unternehmer und Autor der Bücher „Eiszeit in der Weltwirtschaft“ und „Die Billionen-Schuldbombe.“
Rolf-Dieter Krause: ehemaliger ARD-Korrespondent in Brüssel
Evelyne Gebhardt: Vizepräsidentin des EU-Parlaments, SPD-Politikerin
Lutz Trümper: Oberbürgermeister von Magdeburg, trat aus der SPD aus wegen der Flüchtlingspolitik der Großen Union

Das Spiel um die Welt

Die Welt ist ein großes Fußballfeld und die USA, Russland, China und Europa sind die Mannschaften. So erklärt zumindest Dieter Krause die Welt. Und wenn einzelne Mitglieder aufs eigene Tor schießen, dann ist die Mannschaft kaum überlebensfähig – nur, dass im Fußball die Spieler dann rausfliegen und in Europa ihnen Dopingspritzen verpasst werden – Beispiel Griechenland. Stelter ärgert sich, dass bei Griechenland alles getan wurde, damit sie im Euro bleiben, während die Briten jetzt einfach gehen.

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Wir hätten alles dafür geben sollen, dass die Briten in der EU bleiben, glaubt er. Und wie? Die EU hätte den Briten eine Kontingentierung anbieten sollen. Eine Einwanderungsbegrenzung von Migranten. Viele Osteuropäer zogen nach Großbritannien, um dort zu arbeiten. Das machte den Briten Angst. Doch die EU will ihre Freizügigkeit nicht in Frage stellen oder wie Krause es formuliert: „Die EU kann nicht einfach ihre Identität in der Garderobe abgeben, damit es den Briten gefällt.“

Jetzt stellen die Briten ihr eigenes Team – mit ein paar Trümpfen im Ärmel, wie Daniel Stelter es findet. Sie beherrschen die Weltsprache, besitzen eine eigene Währung und gute Schulen. Ob China das interessiert? Krause glaubt nicht.

Im Dickicht der Spekulationen

Nur als Einheit kann Europa global mitspielen. Deshalb versucht Moskau seine Gegenspieler zu schwächen – zuerst die USA mit Trump, jetzt Deutschland mit der AfD. „Manche Äußerungen der Partei deuten auf eine erstaunliche Nähe zu Russland hin“, erzählt Rolf-Dieter Krause, nur leider erwähnt er nicht um welche Äußerungen es sich dabei handelt.

Und Stelter setzt noch einen drauf. Er hat die steile These, dass als nächstes Italien aus der EU austreten wird. Während die Gäste sich in Spekulationen verlieren, hat man Zeit sich einem spannenderen Thema zuzuwenden: Krawatten.

Laschet trug Grün. Stelter Purpur mit weißen Punkten und Trümmer ein lila Exemplar. Hätten die Herren über die neuste Mode von Krawatten diskutiert, wir wären am Ende der Diskussion genauso schlau gewesen.

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Daniel Stelter findet, dass die EU alles dafür hätte tun sollen, dass die Briten in der EU bleiben. Foto: ARD Screenshot

Kindergeld ins Ausland

Da kommt der Themenwechsel von Plasberg gerade richtig. Vergangenes Jahr bekamen 249.000 Kinder, die im Ausland leben Kindergeld. Da wittert man doch schon rechtsradikale Parolen wie „die ausländischen Kinder nehmen uns das Geld weg“. Dazu hat Plasberg aber die falschen Gäste eingeladen. Die sind sich nämlich einig: Das Kinder, die im Ausland leben, Geld beziehen, ist richtig. Schließlich arbeiten ihre Eltern auch in Deutschland und zahlen Steuern. Und Lutz Trümper fügt noch hinzu: „Es wird noch teurer, wenn ausländische Arbeitnehmer ihre Kinder mitbringen.“

Nur das österreichische Konzept kam nicht gut an. Demnach bekommen Kinder in Rumänien und Bulgarien weniger Geld, weil sie mit den gleichen Mitteln den gleichen Lebensstandard erreichen wie Kinder in Deutschland. Evelyne Gebhardt meint, wenn das Kindergeld anhand dieses Kriteriums festgemacht wird, müsste das Kindergeld auch in Deutschland abhängig von der Region sein. Auch im Inland unterscheidet sich das Lebensniveau zwischen Ost und West. Und die Folge: So viel Bürokratisierung, dass man darin ersticken könnte.

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