Harte Zeiten für Juden in Russland? Organisation Sochnut soll verboten werden

Erschwert der Ukraine-Krieg auch die Situation von Jüdinnen und Juden in Russland? Zumindest zwischen Israel und dem Kreml sorgt der russische Angriff für Spannungen, zuletzt weil die Moskauer Justiz die jüdische Einwanderungsorganisation Sochnut in Russland auflösen will.

Der ehemalige Moskauer Chefrabbi Pinchas Goldschmidt ist bereits im März wegen des Krieges nach Israel gegangen. Er warnt vor schwierigen Zeiten für seine Glaubensgenoss:innen in Russland: "Die jüdische Gemeinschaft wurde wie jede andere Organisation unter Druck gesetzt. Besonders Bildungsorganisationen wurden aufgefordert, den Krieg offen zu unterstützen und unsere Gemeinschaft tut das nicht. Wäre ich immer noch Chefrabbi in Moskau, könnte ich nicht offen sprechen, ohne meine Gemeinde zu gefährden. Deswegen habe ich beschlossen, im Exil zu bleiben, bis sich die politische Situation ändert."

Hauptverhandlung gegen Einwanderungsorganisation beginnt Mitte August

Im Fall Sochnut gab es Donnerstag eine Vorbesprechung vor einem Moskauer Gericht. Die Hauptverhandlung zur Auflösung der jüdischen Organisation soll Mitte August beginnen. Zuvor war eine Delegation aus Israel nach Moskau gereist, um das Verbot zu verhindern.

Berichten zufolge wirft die russische Justiz Sochnut vor, widerrechtlich Daten russischer Bürger:innen zu sammeln. Die Organisation bemüht sich um die Einwanderung von Jüdinnen und Juden nach Israel. Der Kreml bestritt, dass es darum ginge, mit dem Verbot die Abwanderung aus Russland zu verhindern. Die Zahl der Auswanderungen nach Israel hat sich in diesem Jahr verdoppelt.

Israel hat den russischen Angriffskrieg kritisiert, trägt aber die westlichen Sanktionen nicht mit.

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