Hartz IV: Medienpsychologe erklärt, wie RTL II armen Kinder schadet

Anna Rinderspacher
Medienpsychologe Bernad Batinic erklärt für HuffPost, was

► Eine alleinerziehende Hartz-IV-Empfängerin, deren ältester Sohn wegen schwerer Körperverletzung im Gefängnis sitzt.

► Ein 11-jähriges Mädchen, das sich ihr Zuhause mit toten Ratten und Bergen von Müll und dreckiger Wäsche teilen muss.

► Ein langzeitarbeitsloses Ehepaar, das seit 20 Jahren quasi durchgehend schwanger war – das sind die Protagonisten von “Armes Deutschland – Deine Kinder”. 

Selbst der routinierte Zuschauer muss bei dieser Ansammlung von gescheiterten Existenzen zugeben: Da haben die Produzenten von RTL II mal wieder einen ganz großen Fang gelandet. 

Kaum sind die letzten Szenen der Sendung über meinen Bildschirm geflimmert, klingelt mein Handy.

Am anderen Ende der Leitung ist Professor Bernad Batinic, Leiter des Instituts für Pädagogik und Psychologie an der Universität Linz. Er ist Medienpsychologe und forscht zudem rund um das Thema Arbeit – welche Bedeutung hat sie und welche Motivation haben Menschen, arbeiten zu gehen.

Ich hatte ihn gebeten sich die Sendung anzuschauen und mir eine Einschätzung zu geben. Denn seit ich damit begonnen habe, die zahlreichen Hartz-IV-Dokus auf RTL II zu rezensieren, frage ich mich, was diese Sendung mit ihren Zuschauern macht.

Professor Batinic hält jedenfalls nicht viel von “Armes Deutschland”: “Die Sendung erweckt den Anschein, dass es sich dabei um eine Dokumentation handelt, aber das ist sie nicht.” Dazu sei die Argumentation viel zu unausgewogen. 

“Die Protagonisten sind keineswegs repräsentativ für alle Hartz-IV-Familien. Es handelt sich hier um extreme Fälle, die zudem noch mit bestimmten Stilmitteln überspitzt werden”, ist sich der Medienpsychologe sicher. 

"Die Sendung erweckt den Anschein, dass es sich dabei um eine Dokumentation handelt, aber das ist sie...

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