Hat man bei Hitze tatsächlich stärkere Schmerzen?

Angelika Zahn
Freie Journalistin

Sommer, Sonne, Kopfschmerzen: Viele Menschen klagen bei extrem hohen Temperaturen über einen dröhnenden Schädel. Aber hat man bei Hitze tatsächlich mehr und heftigere Schmerzen? Das sagt die Wissenschaft.

Viele Menschen klagen bei hohen Temperaturen über Müdigkeit und Kopfschmerzen. (Bild: Getty Images)

Hach, Sommer ist schon was Herrliches! Baden gehen, in der Sonne liegen und abends noch in den Biergarten: Das Leben könnte so schön sein – wenn da nicht diese fiesen Kopfschmerzen wären. Viele Menschen haben besonders bei extremer Hitze Probleme damit. Wird man normalerweise nur von einem leichten Ziehen geplagt, droht der Schädel nun gefühlt jeden Moment zu explodieren.

Und auch andere Schmerzen, wie zum Beispiel Regelschmerzen, werden von manchen Frauen bei Rekordtemperaturen als ungewöhnlich schmerzhaft wahrgenommen. Ist es also wirklich ein Fakt, dass man Schmerzen bei Temperaturen über 30 Grad heftiger fühlt?

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Das ist die wissenschaftliche Begründung

Es ist richtig, dass bei Hitze der Kopf weniger stark durchblutet wird, wodurch es vermehrt zu Kopfschmerzen kommt. Dazu kommt: Wer stark schwitzt, verliert viele Mineralien – auch ein Auslöser für einen dröhnenden Kopf. Dem entgegenwirken kannst du, indem du Magnesium- oder Calciumtabletten in reichlich Wasser auflöst und trinkst: Der Mineralien- und Flüssigkeitshaushalt des Körpers kommt so wieder ins Gleichgewicht.

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Wofür es allerdings keinen wissenschaftlichen Beweis gibt, ist dafür, dass man Schmerzen allgemein bei Hitze stärker spürt. Im Gegenteil: Viele chronische Schmerzpatienten erfahren im Hochsommer sogar Erleichterung. Von Arthrose oder Rheuma geplagte Menschen etwa leiden eher bei feuchtem und kühlem Wetter.

Für weniger Schmerzen ist es am besten, am Nachmittag einen Termin mit dem Zahnarzt zu vereinbaren.(Bild: Getty Images)

Schmerzen werden auch von der Tageszeit beeinflusst

Auch interessant zu wissen: Das Schmerzempfinden schwankt nicht nur mit den Temperaturen, sondern auch mit der Tageszeit. Wem zum Beispiel eine Wurzelbehandlung beim Zahnarzt bevorsteht, der ist gut beraten, den Termin auf den Nachmittag zu legen: Zwischen 12 und 18 Uhr werden Schmerzen als am wenigsten schlimm wahrgenommen. Denn dann funktioniert das Schmerzhemmsystem des Körpers am besten, weil besonders viele körpereigene schmerzhemmende Stoffe wie Endorphine, Cannabinoide und Serotonin ausgeschüttet werden. Am stärksten ist das Schmerzempfinden zwischen 0 und 3 Uhr nachts.

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