Hauptsache sicher: Darauf sollten Eltern beim Schulweg ihrer Kinder achten

Ob mit dem Rad oder zu Fuß: Einen sicheren Schulweg können Kinder alleine gehen. (Bild: Getty Images)

Im neuen Schuljahr geht es wieder los: Viele Eltern bringen ihre Kinder zur Schule. Damit beginnt auch wieder das Autochaos vor den Schulgebäuden, die sogenannten „Elterntaxis“ verstopfen die Straßen. Dabei raten Experten: Lassen Sie Ihr Kind selbst zur Schule gehen oder fahren. Mit diesen Hinweisen kommen die Kleinen sicher zur Schule.

20 Prozent aller Grundschüler in Deutschland werden mit dem Auto zur Schule gebracht. Jedes fünfte Kind geht demnach nicht selbst zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule. Das ermittelte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag der Versicherung CosmosDirekt. Hierfür wurden im Frühjahr 2018 insgesamt 502 Eltern von Kindern im Alter zwischen sechs und neun Jahren befragt.

Doch die Elterntaxis stehen in der Kritik. Sie blockieren nicht nur die Straßen um die Schulen und sorgen regelmäßig für ein Verkehrschaos, sondern tragen wegen der oft weiterlaufenden Motoren auch zur Umweltverschmutzung bei. Doch vor allem verhindere es, dass Kinder frühzeitig lernen, sich im Straßenverkehr zurechtzufinden. Das teilten das Deutsche Kinderhilfswerk und der Verkehrsclub Deutschland (VCD) mit. Und riefen Eltern dazu auf, ihre Kinder nach Möglichkeit zu Fuß, mit dem Rad oder dem Roller allein in die Schule zu schicken.

Viele Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto zur Schule. Das kann deren Unsicherheit im Straßenverkehr aber verstärken. (Bild: Getty Images)

Laut dem ADAC sei das Bewusstsein für Gefahrensituationen bei jenen Kindern ausgeprägter, die einen kurzen Schulweg allein zurücklegen. Auch Psychologenverbände kritisieren bereits seit Jahren, dass Elterntaxis die Kinder passiv im Umgang mit dem Straßenverkehr machen. Angaben der Deutschen Verkehrswacht zufolge verunglücken mehr Kinder in elterlichen Autos als zu Fuß im Straßenverkehr.

Doch natürlich eignet sich nicht jeder Weg, um die Grundschüler allein loszuschicken. Es gibt Kriterien, die Eltern vorab prüfen sollten.

So kommt Ihr Kind sicher zur Schule

Auch wenn morgens oft Eile geboten ist, sollten Eltern den sichersten und nicht zwangsweise den kürzesten Schulweg wählen. Folgende Aspekte sind dabei zu beachten:

• Aufpflasterungen und Hindernisse zur Drosselung des Tempos der Autofahrer (insbesondere an Einmündungen und Kreuzungen)
• Straßen ohne Gehwege sollten komplett gemieden werden
• Gefährliche Übergänge sollten von Schülerlotsen betreut werden oder mit Fußgängerampeln ausgestattet sein
• An breiteren, stark befahrenen Straßen sorgen Mittelinseln oder getrennte Fahrbahnen für Sicherheit
• Poller verhindern Verkehr in Wohngebieten oder behinderte Sicht durch Falschparker
• Tempo-30-Zonen sorgen für Sicherheit, die Geschwindigkeitsdrosselung sollte aber auch hier durch bauliche Maßnahmen gewährleistet sein
• Gut einsehbare, beleuchtete Übergänge und Kreuzungen

Vermieden werden sollten Wege mit Baustellen, große Verkehrskreisel und leere Straßen mit Ampeln. Letztere verleiten Kinder dazu, die Straße bei Rot zu überqueren.

Zebrastreifen sind zwar besser als gar keine Sicherheitsmaßnahme, wiegen Kinder aber oft fälschlich in Sicherheit – immer wieder werden sie von Autofahrern missachtet. Daher müssen Grundschüler auch bei Zebrastreifen lernen, genauso aufmerksam auf den Verkehr zu achten wie an anderen Straßen.

Aktiv werden für sichere Schulwege

Eltern, Erzieher und Lehrer können sich zusammentun und die Stadtverwaltung zu zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen bewegen. Gut begründete Forderungen können die Entscheidungsträger nicht einfach ignorieren. Gerade kleine Veränderungen, die durch geringen Aufwand realisierbar sind, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit genehmigt. Hindernisse auf Fahrbahnen, Poller und Aufpflasterungen zeigen oft bereits eine große Wirkung.