Hausärzte lehnen Spahns Umorganisation der Notfallversorgung ab

Der Hausärzteverband lehnt das neue Konzept zur Notfallversorgung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ab. "Eine zentrale Notfallstelle kann jedenfalls nicht die Aufgaben einer primärärztlichen Versorgung übernehmen", sagte der Geschäftsführer des Deutschen Hausärzteverbands, Joachim Schütz, der "Rheinischen Post" vom Mittwoch. Spahn will die Koordination von Patienten, die in die Notaufnahme kommen, künftig an Leitstellen übergeben.

"Die Koordination muss in den Händen der Hausärzte liegen, die ihre Patienten über Jahre hinweg kennen und versorgen", sagte Schütz. Die Patienten, die in die Notaufnahme kommen, könnten oftmals besser in einer Hausarztpraxis versorgt werden. Er verwies darauf, dass der Hausarzt oft der erste Ansprechpartner seiner Patienten sei und die Versorgung durch Fachärzte und Krankenhäuser bei Bedarf koordiniere.

Spahns neues Konzept sieht die Zusammenlegung der Notfallstellen von Ärzten und Rettungsdiensten vor. Zudem sollten in den Krankenhäusern künftig integrierte Notfallzentren (INZ) eingerichtet werden. Diese sollen entscheiden, ob ein Patient in der Notaufnahme der Klinik oder beim kassenärztlichen Notdienst behandelt werden soll.

Spahn will das Gesetzgebungsverfahren im kommenden Jahr in Gang setzen, ab 2020 könnte das neue System dann umgesetzt werden. Für die Neuregelung ist die Änderung des Grundgesetzes erforderlich, wofür im Bundestag und im Bundesrat jeweils eine Zweidrittel-Mehrheit erforderlich ist.