HeidelbergCement und Schwenk dürfen Cemex Croatia nicht übernehmen

EU-Wettbewerbskommissarin Vestager

Die beiden deutschen Zementhersteller HeidelbergCement und Schwenk dürfen nach einer Entscheidung der EU-Kommission das kroatische Unternehmen Cemex nicht wie geplant aufkaufen. "Es gab eindeutige Hinweise darauf, dass die Übernahme zu Preiserhöhungen in Kroatien geführt hätte", begründete EU-Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager das Verbot am Mittwoch in Brüssel. Die Fusion sollte über die gemeinsame Tochtergesellschaft Duna Dráva Cement (DDC) laufen.

Cemex ist der derzeit größte Zementhersteller in Kroatien. HeidelbergCement und DDC sind dagegen die größten Importeure für den Baustoff. Durch die Übernahme hätten die beteiligten Unternehmen bis zu 70 Prozent der Marktanteile übernommen. Weil weder HeidelbergCement noch Schwenk zu Verkäufen von Geschäftsteilen bereit waren, lehnte die Kommission die Fusion deshalb ab. Die Übernahme hätte den Wettbewerb auf den Grauzement-Märkten andernfalls "beträchtlich reduziert", hieß es.

Erst im vergangenen Jahr hatte die Wettbewerbsbehörde der Übernahme von Italcementi durch HeidelbergCement zugestimmt. Dafür musste das Heidelberger Unternehmen Geschäftsbereiche in Belgien aufgeben, wo beide Zementhersteller aktiv waren. Italcementi produziert vor allem in Südeuropa und exportiert unter anderem nach Kroatien.

Im Herbst kündigte HeidelbergCement dann gemeinsam mit Schwenk die geplante Übernahme von Cemex Croatia sowie Cemex Hungary an. Die Entscheidung über die Fusion mit dem ungarischen Fertigbetonhersteller verwies die EU-Kommission an die nationale Wettbewerbsbehörde.

Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen