Heimatländer von Opfern des Flugzeugabschusses im Iran fordern Aufklärung

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Angehörige der Opfer trauern in Kiew

Ein Jahr nach dem versehentlichen Abschuss eines ukrainischen Passagierflugzeugs im Iran haben die betroffenen Länder eine Aufklärung des Falls angemahnt. "Wir fordern den Iran dringend auf, eine vollständige und gründliche Erklärung der Ereignisse und Entscheidungen zu liefern, die zu diesem schrecklichen Flugzeugabsturz geführt haben", erklärte die Koordinierungsgruppe, die Hinterbliebene aus Kanada, Großbritannien, der Ukraine, Schweden und Afghanistan vertritt, am Freitag.

Auch der kanadische Premierminister Justin Trudeau forderte eine "transparente Untersuchung" des Vorfalls. Er kündigte an, "den Iran zur Rechenschaft zu ziehen" und versprach sicherzustellen, dass Teheran "volle Wiedergutmachung für die Opfer von PS752 und ihre trauernden Familien leistet". Die Verantwortlichen müssten vor Gericht gestellt werden, fügte Trudeau hinzu.

Ende Dezember hatte der Iran Entschädigungszahlungen an die Hinterbliebenen angekündigt. Teheran versprach jeder Familie umgerechnet rund 122.000 Euro. Kanadas Außenminister François-Philippe Champagne wies das Angebot am Donnerstag zurück und verwies darauf, dass über eine Entschädigung beidseitig verhandelt werden müsse.

Bei dem Unglück am 8. Januar waren alle 176 Menschen an Bord der ukrainischen Passagiermaschine ums Leben gekommen. Nach tagelangem Leugnen räumte der Iran seine Verantwortung für das Unglück ein. Die iranischen Revolutionsgarden gaben an, die Maschine kurz nach ihrem Abflug von Teheran versehentlich abgeschossen zu haben.

Bei einer privaten virtuellen Gedenkfeier am Donnerstag sprachen Trudeau und weitere Regierungsmitglieder mit Angehörigen der 85 kanadischen Todesopfer. Wie Trudeau kürzlich angekündigt hat, ist der 8. Januar in Kanada fortan nationaler Gedenktag für die Opfer von Flugzeugunglücken.

gap/mid