Heimatland Spanien sagt erstmals Auftritt von Plácido Domingo ab

Der spanische Opernstar Plácido Domingo

Im Heimatland von Plácido Domingo ist erstmals ein Auftritt des Opernstars abgesagt worden, nachdem dieser nach monatelangem Leugnen sexuelles Fehlverhalten gegenüber Frauen eingeräumt hat. "Aus Solidarität mit den betroffenen Frauen" sei die Teilnahme des spanischen Opernsängers an einer Veranstaltung am 14. und 15. Mai im Nationaltheater Zarzuela in Madrid abgesagt worden, teilte am Mittwoch das Nationale Institut der Bühnenkünste und der Musik mit, das dem Kulturministerium unterstellt ist.

Domingo hatte am Dienstag erstmals sexuelles Fehlverhalten eingestanden und sich bei den betroffenen Frauen entschuldigt. "Ich möchte, dass sie wissen, dass mir der Schmerz, den ich ihnen zugefügt habe, ehrlich leid tut", erklärte Domingo mit Blick auf die Frauen, die ihm sexuelle Übergriffe vorgeworfen haben. Er erkenne seine "volle Verantwortung für meine Taten an", erklärte der 79-Jährige.

Im August hatte die US-Nachrichtenagentur Associated Press Vorwürfe der sexuellen Belästigung gegen den gefeierten Opernsänger publik gemacht. Insgesamt etwa 20 Frauen haben Domingo mittlerweile vorgeworfen, ihnen Küsse aufgezwungen, sie begrapscht oder ohne ihr Einverständnis gestreichelt zu haben. Domingo hatte die Vorwürfe stets zurückgewiesen und versichert, dass all seine sexuellen Beziehungen und Handlungen "immer willkommen und einvernehmlich" gewesen seien.

Die Vorwürfe der sexuellen Übergriffe haben insbesondere Domingos Karriere in den USA geschadet. So sah er sich gezwungen, all seine Auftritte an der New Yorker Met abzusagen. Auch Konzerte des Spaniers in Philadelphia, San Francisco und Dallas wurden abgesagt. Anfang Oktober trat Domingo als Generaldirektor der Oper von Los Angeles zurück.

In Europa trat Domingo nach Bekanntwerden der Vorwürfe hingegen weiterhin auf. Bei den Salzburger Festspielen erntete der Sänger, der früher Tenor war und mittlerweile Bariton singt, Ende August großen Jubel. In Hamburg und weiteren europäischen Orten sind für die kommenden Monate weitere Auftritte des Spaniers geplant.