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Helaba, NordLB bleiben bei Homeoffice - anders als US-Banken

(Bloomberg) -- Helaba und NordLB sehen ihre bestehenden Regeln für das Homeoffice als erfolgreich an und planen keine höheren Anforderungen für Büropräsenz. Das stellten Vorstände der beiden Landesbanken am Dienstag bei der Bloomberg-Konferenz Future of Finance in Frankfurt klar. Einige US-Banken versuchen hingegen derzeit, wieder mehr Leute in die Büros zu holen.

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“Ich bin absolut davon überzeugt”, sagte Helaba-Chef Thomas Groß bei der Veranstaltung mit Blick auf das mobile Arbeiten. NordLB-Vorstand Ingrid Spletter-Weiß erklärte, das Homeoffice sei “nicht mehr wegzudenken”.

Die aktuellen Homeoffice-Regeln sehen bei der Helaba eine Büro-Präsenzquote von im Schnitt rund 50% vor, während die Mitarbeiter der NordLB sogar bis zu 80% von daheim aus arbeiten dürfen.

Die Coronavirus-Pandemie hatte die Arbeitsgewohnheiten bei vielen Banken auf den Kopf gestellt. Innerhalb kürzester Zeit zog oft fast die gesamte Belegschaft ins Homeoffice. Mit dem Abklingen der Pandemie suchen deutsche Banken nun nach der richtigen Präsenz-Strategie für die Zukunft.

Groß zufolge geht es bei der 50%-Regelung der Helaba nicht um eine minutengenaue Buchführung, sondern um eine “Grundphilosophie, dass beides wichtig ist”, die die Bank bereits vor der Corona-Pandemie mit dem Personalrat vereinbart habe. “Ich glaube, das ist eine absolute Win-Win-Situation, sowohl für unsere Mitarbeitenden als auch für die Bank.”

Bei einigen anderen Banken gibt es inzwischen indes schon wieder einen gegenläufigen Trend. Das gilt vor allem für die USA, aber nicht nur. Mitte des Jahres wurde etwa bekannt, dass die Hamburg Commercial Bank, die Ex-HSH-Nordbank, die Vereinbarung zum mobilen Arbeiten an bis zu zwei Tagen pro Woche gekündigt hatte mit dem Ziel, nur noch einen Tag Homeoffice in der Woche zuzulassen.

Die NordLB hat keine derartigen Pläne. Vor allem bei der Einstellung von Nachwuchsbankern ist die Frage nach dem Homeoffice immer wieder ein großes Thema, so Spletter-Weiß. “Wenn Sie Mitarbeiter suchen, junge Leute suchen, ist es eine der ersten Fragen — muss ich jeden Tag ins Büro kommen?” Andererseits gebe es natürlich aber “auch den Wunsch, dass die Leute zusammenkommen und auch Kreativität entsteht, indem man sich trifft.”

Ähnlich argumentiert auch Helmut Schleweis, der Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands. “Was man nicht vergessen darf, ist natürlich die Bindung an den Arbeitgeber, Corporate Identity, alles, was dazugehört”, erklärte er. Grundsätzlich habe er aber gute Erfahrungen mit Homeoffice gemacht.

(Wiederholung vom Vortag)

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