Held des Films "Hotel Ruanda" zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt

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Der Regierungskritiker und Held des international beachteten Films "Hotel Ruanda", Paul Rusesabagina, ist wegen "Terrorismus" zu 25 Jahren Gefängnis verurteilt worden. "Er hat eine Terrororganisation gegründet, die Ruanda angegriffen hat, und terroristische Aktivitäten finanziell unterstützt", sagte Richterin Beatrice Mukamurenzi am Montag. Belgien, dessen Staatsbürgerschaft Rusesabagina hat, erklärte, der 67-Jährige habe keinen fairen Prozess gehabt.

Die Staatsanwaltschaft hatte lebenslange Haft für Rusesabagina gefordert. Richterin Mukamurenzi sagte, das Strafmaß werde auf 25 Jahre "reduziert", weil es sich um dessen erste Verurteilung handele. Weder der 67-Jährige selbst noch seine Anwälte waren bei der Urteilsverkündung am Montag im Gericht anwesend.

Rusesabagina wird zur Last gelegt, er habe die Nationale Befreiungsfront (FLN) unterstützt, die in den vergangenen Jahren in Ruanda Anschläge verübt haben soll. Er bestreitet eine Beteiligung an den Anschlägen, zählt aber zu den Gründungsmitgliedern der Oppositionsgruppe MRCD. Die FLN gilt als deren bewaffneter Arm.

Das belgische Außenministerium erklärte am Montag, dass Rusesabagina "trotz wiederholter Appelle aus Belgien keinen fairen und gerechten Prozess" bekommen habe.

Die Tochter des Verurteilten, Carine Kanimba, kritisierte den Prozess als politisch motiviert. "Wir wussten bereits, wie das Urteil lauten würde", sagte Kanimba der Nachrichtenagentur AFP in Brüssel. Der Prozess sei "nicht fair" gewesen, es seien "keine glaubwürdigen Beweise" vorgelegt worden. "Die Richter haben entschieden, was der Diktator von ihnen wollte", erklärte sie mit Blick auf Präsident Paul Kagame.

Sie fürchte, dass ihr Vater im Gefängnis "getötet" werde, sagte Kanimba. Die internationale Gemeinschaft "muss fordern, dass mein Vater sofort freigelassen und nach Hause gebracht wird".

des FAuch die USA und das EU-Parlament hatten zuvor Zweifel an einem fairen Prozess geäußert. Der Ex-Hotelier ist als heftiger Kritiker von Staatschef Kagame bekannt.

Kagame hatte Anfang des Monats Kritik an dem Fall zurückgewiesen und betont, Rusesabagina sei nicht wegen seines Ruhmes im Gefängnis, sondern wegen der verlorenen Leben "aufgrund seiner Taten".

Bekannt wurde Rusesabagina durch den Film "Hotel Ruanda", der vom Völkermord 1994 in Ruanda handelt. Damals wurden rund 800.000 Menschen getötet, vor allem Angehörige der Volksgruppe der Tutsi. Rusesabagina, zu diesem Zeitpunkt Direktor des Luxus-Hotels Mille Collines in Kigali und gemäßigter Hutu, hatte während des Völkermords mehr als tausend Menschen das Leben gerettet.

Seit 1996 lebte er in den USA und in Belgien im Exil. Im August vergangenen Jahres wurde er unter ungeklärten Umständen in Ruanda festgenommen, als er aus einem Flugzeug stieg, das seiner Annahme nach im Nachbarland Burundi landen sollte.

fwe/jep

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