Helden des Alltags: Ex-Knacki verpasst Bewerbungsgespräch und rettet Unfallopfer

Retter Aaron Tucker (Bild: GoFundMe)

Das Bewerbungsgespräch ist die Chance für den Ex-Häftling Aaron Tucker, der erst eine Woche zuvor aus dem Knast entlassen wurde. Aber er geht nicht hin. Denn auf dem Weg dorthin passiert etwas, auf das er sofort reagieren muss.

Um fünf Uhr früh war Aaron Tucker aus Bridgeport, Connecticut, aufgestanden, hatte sich angezogen und war zum Bus geeilt, mit dem er zum Vorstellungsgespräch mit dem Manager eines Barbecue-Restaurants fuhr. Dass er überhaupt ein Vorstellungsgespräch hatte, war schon eine Sensation, denn der 32-Jährige war erst wenige Tage zuvor aus dem Knast entlassen worden. Doch im Bus passierte etwas, das seine volle Aufmerksamkeit erforderte: Ein Auto knallte gegen einen Baum und überschlug sich.
Das Auto ging in Flamme auf
Der Busfahrer hielt an und Tucker rannte hinaus, direkt zu dem auf dem Dach liegenden Auto und dem verletzten Mann darin. Er schaffte es, dessen Gurt zu lösen und ihn aus dem Auto zu zerren, kurz bevor es in Flammen aufging. “Der Mann hat stark am Kopf geblutet”, sagte Tucker “CBS News”. Er habe dann versucht, die Blutung mit seinem T-Shirt unter Kontrolle zu bringen und dem Mann Mut zu machen. Er sagte: “Alles wird wieder gut” und: “Deine Familie will dich wieder sehen. Lass die Augen geöffnet.”

Lesen Sie auch: “Harry Potter”-Star wird schwer verletzt bei Autounfall

Obwohl inzwischen andere Ersthelfer eingetroffen waren, wich er dem Mann erst von der Seite, als der Rettungswagen ihn schließlich ins Krankenhaus brachte. Angesprochen auf sein verpasstes Bewerbungsgespräch sagte der Ex-Knacki: “Ein Job kann kommen und gehen, aber jeder hat nur ein Leben.” Und sein Einsatz hat sich doppelt gelohnt: Zum einen, weil der Zustand des Verunfallten mittlerweile stabil ist, wie die “Westport News” berichtet. Zum anderen, weil dem Retter nun selbst eine Welle der Hilfsbereitschaft entgegenschlägt: Über die Fundraising-Plattform “GoFundMe” sind in nur drei Tagen 50 000 US-Dollar (fast 44 000 Euro) für den Ex-Häftling gesammelt worden, dazu Sachspenden für ihn und seinen 21-monatigen Sohn. Und noch eines hat der Mann, der sein Bewerbungsgespräch auf so spektakuläre Weise verpasst hat, jetzt im Überfluss: Jobangebote.


Mit Yahoo Nutzung stimmen Sie zu, dass Yahoo und Partner Cookies für Personalisierungs- und andere Zwecke nutzen