Helge Schneider erteilt Querdenkern Absage: "Ich schließe mich keiner Organisation dieser Art an"

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"Die brauchen sich nicht um mich bemühen", so Helge Schneider über die Querdenker-Bewegung. (Bild: ARD)
"Die brauchen sich nicht um mich bemühen", so Helge Schneider über die Querdenker-Bewegung. (Bild: ARD)

Nach einem Konzertabbruch im Juli erhielt Helge Schneider viel Zuspruch aus dem Lager der Querdenker. Im Studio bei Sandra Maischberger sprach sich der Entertainer nun klar gegen die Bewegung aus.

Lange gab Sandra Maischberger ihrem Gast Helge Schneider am Mittwochabend nicht Zeit, um über vergleichsweise banale Themen wie Cannabis und Homeschooling zu plaudern. Auch sein Sohn Charlie, der seinen Vater mit gerade einmal elf Jahren als Schlagzeuger bereits regelmäßig auf dessen Auftritte begleitet, schien eher wie eine Randnotiz. Viel drängender war ein anderes Thema: "Wir müssen übers Touren reden", schnitt Maischberger den Konzertabbruch an, mit dem Helge Schneider im Juli Schlagzeilen gemacht hatte. Schneider hatte bei einem Strandkorb-Konzert in Augsburg mit den Worten "Das System ist einfach fadenscheinig und dumm" vorzeitig die Bühne verlassen. Grund waren die auch dem Infektionsschutz geschuldeten Bedingungen des Auftritts. "Was ist passiert?", wollte die ARD-Talkerin wissen.

Er habe sich gestört gefühlt, teilte Schneider bereits im Juli in einem nachträglichen Video auf Twitter mit: Immer wieder seien Gastro-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter zwischen den Strandkörben hindurch gelaufen. Dass diese die im Vorfeld bestellten Getränke und Snacks ans Publikum verteilt haben, hätte er erst im Nachhinein erfahren. Auch bei "maischberger. die woche" wiederholte der Komiker diese Erklärung. Ihn hätte das Gastro-Personal irritiert, so Schneider: "Ich habe immer gedacht: Wer ist das? Ich dachte, das sind Leute, die zu spät kommen." Ob er nicht vorher von dem Konzept gewusst habe, hakte Maischberger nach. "Mein Agent vielleicht, aber ich guck' doch nicht überall rein", erklärte der 66-Jährige.

"Das Internet ist ziemliches Gift"

"Ich bin Improvisator, ich bin Komiker, ich bin Musiker. Im Affekt muss ich Sachen erfinden. Und dann wirst du immer unterbrochen", so Schneider weiter. Er bereue den Konzertabbruch nicht: "Das war meine Entscheidung und die war dann auch richtig." Dass er dafür von der Querdenker-Bewegung bejubelt worden sei, habe er zunächst gar nicht bemerkt, erzählte der Musiker. "Ich guck' doch nicht immer ins Internet." Er wolle nichts mit derartigen Ansichten zu tun haben: "Die brauchen sich nicht um mich bemühen. Ich schließe mich keiner Organisation dieser Art an."

Der Konzertabbruch sei "kein Protest gegen die Corona-Maßnahmen" gewesen, so Schneider. Mit dem "System", welches er bemängelt hatte, sei kein politisches, sondern lediglich das Konzept der Strandkorb-Konzerte gemeint gewesen. Zufrieden sei er mit dem derzeitigen Zustand der Gesellschaft jedoch trotzdem nicht: "Der soziale Zusammenhalt unserer Menschheit beruht mittlerweile auf Behauptungen aus dem Internet." Man könne "viel Schrott" im Netz lesen, so der Künstler. "Das Internet ist ziemliches Gift."

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