Hemmschwelle für Gewalt gesunken: Kölner Projekt soll Rechte für Kinder stärken

Kölner Kinderschutzbund stellt neues heilpädagogisches Projekt „Lern-Raum“ vor.

Mit 20 Brieftauben, die auf dem Gelände des Kinderschutzbundes an der Bonner Straße in die Luft flogen, erinnerte der Verein an die Kinderrechte und die UN-Kinderrechtskonvention, die in diesem Jahr 30 Jahre alt wird. „Die Tauben sind von vielen zu sehen und zeigen, wie wichtig die Kinderrechte auch in Köln sind“, sagte Vorsitzende Marlis Herterich auf der Jahrespressekonferenz.

Dass es mit den Rechten der Kinder auch in Deutschland nicht gut bestellt ist, zeigt ein Blick auf die Kriminalstatistik. Denn 2017 – neuere Zahlen liegen nicht vor – wurden 143 Kinder getötet, mehr als 4000 wurden misshandelt. Die Hemmschwelle für die Gewalt sei gesunken, sagte Herterich.

Neues Projekt „Lern-Raum“

Herterich forderte, die Präventionsarbeit auszubauen. Staatliche Angebote, etwa das Bildungs- und Teilhabepaket, seien oft zu bürokratisch und finanziell unzureichend ausgestattet. Der Betrag für den Schulbedarf liege bei 150 Euro pro Monat, tatsächlich müssten die Eltern zwischen 250 und 400 Euro aufwenden. Der Betrag für kreative Angebote sei mit zehn Euro deutlich zu niedrig angesetzt. „Versuchen Sie einmal für zehn Euro einen Musikkurs zu buchen“, so Herterich.

Der Kinderschutzbund stellte auch sein neues Projekt „Lern-Raum“ für Kalker Kinder vor. Das heilpädagogische, außerschulische Angebot richtet sich an Kinder von sieben bis zwölf Jahren und deren Familien, die etwa von Arbeitslosigkeit, Krankheit, geringer Bildung oder Armut betroffen sind. Die Eltern fühlten sich oft mit der Erziehung überfordert, die Kinder hätten mitunter wenig Erfolg in der Schule. Trainiert würden soziale Kompetenz, Psychomotorik und Selbstwahrnehmung mit Bewegungs-, Spiel- und Kreativangeboten. Zudem gibt es eine Hausaufgabenbetreuung sowie Ausflüge. Ersten Erfahrungen zufolge werde das Angebot gut angenommen, sagte Maria Große Perdekamp, fachliche Leiterin des Kinderschutzbundes.

Der Kinderschutzbund Köln wurde 1954 gegründet und ist einer der größten und ältesten der mehr als 400 Ortsvereine des Deutschen Kinderschutzbunds. Der Verein hat 360 Mitglieder, 100 ehrenamtliche und 50 haupt- und nebenamtliche Mitarbeiter.

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