Hendricks zur Endlager-Suche: Testfall für Demokratie

Gelbe Fässer für Atommüll stehen in rund 500 Metern Tiefe im Endlager für schwach und mittelradioaktiven Atommüll in Morsleben (Bördekreis). Foto: Jens Wolf/Archiv

Der Bundestag beschließt heute ein Gesetz für die Suche nach einem Endlager für hoch radioaktiven Atommüll. Die langwierige Suche sei ein «Testfall» für die deutsche Demokratie, sagte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) der Deutschen Presse-Agentur.

Sie sei stolz, dass man sich parteiübergreifend auf ein Verfahren für diese «Jahrhundertaufgabe» verständigt habe.

Nach jahrzehntelangem Ärger um den Salzstock Gorleben hat der Bund das Verfahren zur Endlager-Suche neu gestartet. Bis 2031 sollen Wissenschaftler und Politiker einen Ort aussuchen, an dem Atommüll eine Million Jahre lang sicher lagern kann. «Über 30 000 Generationen werden noch von den Folgen der Atom-Technologie betroffen sein, die bei uns gerade einmal 60 Jahre in Betrieb war», sagte Hendricks. Für die Suche gilt zunächst das Prinzip der «weißen Landkarte»: Kein Ort ist von vornherein ausgeschlossen oder bevorzugt.

Die Auswahl soll nach wissenschaftlichen Kriterien ablaufen. Am Ende entscheiden Bundestag und Bundesrat. «Wir werden während des gesamten Verfahrens transparent arbeiten und die Bürgerinnen und Bürger einbeziehen», sagte Hendricks. Das Gesetz zur Endlagersuche haben Union, SPD und Grüne gemeinsam in den Bundestag eingebracht. Die Linke hatte sich an der Ausarbeitung beteiligt, trägt es aber nicht mit. Der Bundesrat soll zügig zustimmen.

Bundeamt für Strahlenschutz zur Endlagersuche

Standortauswahlgesetz

Bundesamt für Strahlenschutz zur Geologie möglicher Wirtsgesteine für Endlager

Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe zu Endlagerstandorten

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