Herbert Grönemeyer: Aufruf gegen Rassismus löst politische Debatte aus

Stefica Budimir-Bekan
Freie Autorin

"Keinen Millimeter nach rechts", brüllte Herbert Grönemeyer am Ende seiner politischen Ansprache bei einem Konzert in Wien. Im Netz bekommt der Sänger viel Zuspruch für seine Aktion – auch von Außenminister Heiko Maas. Doch es melden sich auch kritische Stimmen zu Wort.

Herbert Grönemeyer nimmt kein Blatt vor den Mund (Bild: Getty Images)

Vor rund 26 Jahren brachte Herbert Grönemeyer den Anti-Nazi-Song "Die Härte" heraus. Von einer kernigen Männerkameradschaft, die vor sich selbst auf der Flucht ist, sang er damals. Und auch heute scheut sich der Sänger nicht davor, das zu sagen, was er denkt – auch wenn er das auf einem Konzert in Wien tun muss.

“Keinen Millimeter nach rechts!”

“Ich kannte das nur vom Hörensagen, in Zeiten zu leben, die so zerbrechlich, so brüchig und so dünnes Eis sind", ruft der Sänger dem Publikum in der ausverkauften Stadthalle zu. "Und ich glaube, es muss uns klar sein, auch wenn Politiker schwächeln – das ist, glaube ich, in Österreich nicht anders als in Deutschland – dann liegt es an uns."

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Wer rechtes Geschwafel und Rassismus unterstütze, sei fehl am Platz. Unsere Gesellschaft sei offen und humanistisch. Grönemeyer beendet seine Wutrede mit den Worten: “Keinen Millimeter nach rechts! Keinen einzigen Millimeter nach rechts! Und das ist so. Und das bleibt so.“

Für seine Worte erntete der Sänger viel Zuspruch auf Twitter:

Heiko Maas ist Pro-Grönemeyer

Auch Außenminister Heiko Maas sprach Grönemeyer seine Unterstützung aus: “Es liegt an uns, für eine freie Gesellschaft einzutreten und die Demokratie gemeinsam zu verteidigen“, schrieb der SPD-Politiker auf Twitter. “Danke an Herbert #Groenemeyer und allen anderen, die das jeden Tag tun.“

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Doch es gab auch Stimmen der Empörung: “Der Tonfall, mit dem Grönemeyer sein Publikum politisch anheizt, macht ein wenig Angst“, twitterte der deutsche Autor Bernd Stegemann. Grönemeyer klinge wie ein Redner vor 1945.

Manche gingen sogar so weit, Grönemeyer mit Goebbels zu vergleichen.

Was wiederum eine Diskussion auslöste: