Herbstklassiker Federweißer – alles, was du wissen musst

Nina Baum
Freie Autorin für Yahoo Style
Trüb und ein bisschen wie Bio-Apfelschorle – so sieht er aus, der Federweiße. (Bild: GettyImages/Frank Perry)

Der Herbst steht vor der Tür und für Genießer und Weinkenner heißt das: Federweißer-Zeit! Da das Vergnügen nur von kurzer Dauer ist und viele nicht wissen, wie sie ihn richtig genießen: hier ein bisschen Last-Minute-Kompaktwissen zum neuen Wein.

Wenn die Winzer gerade mit der Weinlese fertig sind, ist Federweißer-Zeit. Aber: So schnell, wie der prickelnde Vorbote jedes Jahr im September kommt, geht er auch meist Ende Oktober wieder. Deshalb lohnt es sich jetzt auch ganz besonders, ein paar Wissenslücken zu füllen.

Was genau ist Federweißer?

Der sogenannte neue Wein ist im Grunde genommen Traubensaft aus weißen Rebsorten, der gerade dabei ist, zu Wein zu werden: Sind die Trauben geerntet und der Traubenmost mit Hefe vermischt, verwandelt sich der natürliche Fruchtzucker in Alkohol. Hat sich der Traubensaft beinahe in Wein verwandelt, entsteht dabei auch Kohlensäure, die beim Gärungsprozess langsam entweicht.

Am besten schmeckt der neue Wein laut ”Deutschem Wein Institut“, wenn sich Alkohol, Fruchtsäure und Süße in guter Balance befinden – idealerweise hat er dann einen Alkoholgehalt von 5%. Schon bei 4% kann man von einem Federweißen sprechen, allerdings ist er dann noch sehr süß. Es gibt den Federweißen auch als Version mit roten Trauben – den sogenannten Roten Rauscher.

Warum heißt er überhaupt Federweißer?

Die winzigen Hefestückchen tanzen im Glas wie kleine Federn und sorgen für die trübe Färbung.

Wie bewahre ich ihn richtig auf?

Die größten Anbaugebiete sind in der Pfalz und in Rheinhessen zu finden, weshalb der Federweiße aus dem Handel vor allem von dort kommt. Federweiße sind speziell und je nach ihrem Geschmack zu behandeln, aber eine wichtige Regel gibt es: Immer aufrecht transportieren! Die Gärung in der Flasche ist noch nicht abgeschlossen, daher wird Federweißer mit einer luftdurchlässigen Kapsel verschlossen. Laut ”DWI“ sollte er zuhause probiert werden, damit auch jeder je nach eigenem Geschmack vorgehen kann: Ist er zu süß, bei Zimmertemperatur aufbewahren und nach 6-8 Stunden noch einmal testen. Schmeckt er genau richtig, ab in den Kühlschrank damit.

Die richtigen Begleiter


Guter Wein und das passende Essen können ein wahres Geschmacks-Feuerwerk im Mund auslösen. Traditionell werden zum Federweißen herzhafte Herbstvorboten wie Kürbissuppe, Zwiebelkuchen, Quiche, Flammkuchen oder Waffeln empfohlen.

”Ein cremiges Element und ein rauchiger Charakter passen wunderbar zum Federweißen, der Flammkuchen hat eigentlich alles: cremigen Schmand, rauchigen Schinken und Zwiebeln, um die Süße zu komplementieren. Eine andere wichtige Regel besagt: Iss saisonale Produkte, die aus derselben Region wie der Wein sind. Alles, was deftig und fettig ist, passt wunderbar zum prickelnden, süßen Aroma des Federweißen“, empfiehlt der Sommelier Edric Kent aus Berlin. Schön sind auch sämtliche Variationen der italienischen Vorspeise Bruschetta: Statt Tomaten einfach mal Pilze auf die krossen Brotscheiben geben und mit Rosmarin verfeinern. Auch Nüsse und Äpfel passen als Beilagen.